Der französische Maler des 17. Jahrhunderts Lubin Baugin (1610–1663), von dem nur fünf Stillleben bekannt sind, sorgt derzeit für Aufsehen auf dem Kunstmarkt. Sein erst kürzlich wiederentdecktes „Stillleben mit Financiers“ („Nature morte aux financiers“) erzielte am 16. August 2025 bei Vichy Enchères einen sensationellen Preis: Statt der ursprünglich geschätzten Summe verdoppelte sich die Schätzung auf 440.000 Euro. Der Zuschlag ging an einen privaten Käufer und markiert einen neuen Höchstwert für ein Werk Baugins. Schon zuvor hatten Gemälde des Künstlers beachtliche Ergebnisse erzielt, etwa „Adam et Eve pleurant Abel“, das 2023 in Toulouse versteigert und vom Louvre erworben wurde, oder „Olinde et Sophronie sur le bûcher“, das 2016 bei Sotheby’s in New York einen Zuschlagspreis von rund 240.000 Euro einbrachte. Das „Stillleben mit Financiers“ hat nicht nur einen Auktionsrekord gesetzt, sondern auch das Interesse von Sammlern und Museen neu entfacht. Für Baugin, dessen „Nature morte aux gaufrettes“ bereits im Louvre hängt, bedeutet dieser Zuschlag ein spätes, aber glanzvolles Comeback.
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Sie gilt als eine herausragende Protagonistin der abstrakten geometrischen Kunst des 20. Jahrhunderts, zentrale Figur des Dadaismus und Schlüsselfigur der Schweizer Konkreten Kunst. Sophie Taeuber Arps vielseitiges Œuvre umfasst nicht nur Gemälde und Skulpturen, sondern reicht über Textildesign, Tanz, Performance und Architektur – eine interdisziplinäre Künstlerpersönlichkeit par excellence. Ihr Werk „Relief rond en quatres hauteurs, éléments courbes, coupant(s), cassant(s)“ aus dem Jahr 1936 wurde kürzlich bei Christie’s in Paris aus der Sammlung Funck-Brentano zu einer Taxe von 2,5 Millionen Euro aufgerufen. Mit einem erzielten Preis von über 3 Millionen Euro hat sich der bisherige Höchstwert für die Schweizer Künstlerin mehr als verdoppelt. Das Relief mit organisch geschwungenen Flächen stammt aus der produktiven Schaffensphase zwischen 1936 und 1939, in der Taeuber-Arp in Paris rund 117 Werke schuf.
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Nach 123 Jahren Produktionsgeschichte schloss die Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe am 31. Dezember 2024 ihre Türen. Zum Abschluss veranstaltete das Berliner Auktionshaus Historia gemeinsam mit der traditionsreichen Manufaktur eine dreitägige Sonderauktion, bei der Sammlerinnen und Sammler ein letztes Mal die Möglichkeit hatten, besondere Stücke aus dem umfangreichen Bestand zu erwerben. Über 10.000 Objekte wechselten den Besitzer – vom ganzen Konvolut bis hin zu Einzelstücken, jeweils mit einem Startgebot von 100 Euro. Unter den versteigerten Stücken stach ein liebenswerter, orangefarbener Elefant hervor, gestaltet von dem österreichischen Keramikkünstler Walter Bosse. Mit seinem charakteristischen Design und der lebendigen Farbgebung überzeugte der sanfte Riese und wurde für 950 Euro verkauft.
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Bei der Märzauktion von Sotheby’s hat Lisa Brices „After Embah“ aus dem Jahr 2018 einen Rekord eingeholt. Die surrealistisch anmutende Inszenierung vereint malerische Präzision, leuchtende Farben und feministische Botschaften der Selbstermächtigung. Dem Gemälde gingen zwei großformatige Zeichnungen aus dem Jahr 2017 voraus – „Midday Drinking Den“ sowie „After Embah I and II“, die als direkte Vorstudien gelesen werden können. „After Embah“ reiht sich in eine Werkgruppe innerhalb von Brices Œuvre ein, die bereits vor vier Jahren Aufmerksamkeit auf dem Auktionsmarkt erregte: Damals erzielte eine sehr ähnliche Komposition einen Millionenzuschlag. Nun konnte Sotheby’s dieses Ergebnis deutlich übertreffen. Ausgehend von einer Schätzung von rund einer Million Pfund, vervierfachte sich der Preis für das Werk der südafrikanischen Künstlerin: „After Embah“ kam schließlich für 4,4 Millionen Pfund unter den Hammer.
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Eppli geht in seiner Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen am 25. Januar mit über 300 Losen „Kunst & Antiquitäten“ ins neue Jahr. In der Sparte Gemälde fallen zwei kleinformatige Landschaften von Jakob Bräckle (1897–1987) ins Auge. Der gebürtige Winterreuter war Mitglied der Stuttgarter Sezession, des Deutschen Künstlerbundes und der Münchner Künstlervereinigung „Die Scholle“. 1938 trat er aus Angst vor Verfolgung aufgrund seiner Gehbehinderung in die NSDAP ein. Die beiden Lose vermitteln in Postkartengröße poetisch-herbe Eindrücke der Oberschwäbischen Landschaft zu verschiedenen Jahreszeiten. Im Februar 1936 malte Bräckle eine Szenerie mit Waldrand, „Schneeschmelze auf den Feldern“, und 1944, im November, eine Gegend hinter Munderkingen mit Bauern und Pferden. Die eindrucksvollen Bilder starten mit je 1300 Euro.
Mehr…Tag und Nacht in einem Bild: René Magrittes berühmtes Motiv „L’empire des lumières“, gemalt 1954, kam am Dienstagabend bei Christie’s in New York zur Auktion und hat die hohen Erwartungen noch übertroffen. Fast zehn Minuten lang zog sich das Bietgefecht im Rockefeller Center hin, bis der Zuschlag bei 105 Millionen Dollar landete, ein ordentliches Stück über der Schätzung von 95 Millionen Dollar. Mit Aufgeld hat der anonyme Sammler oder die Sammlerin nun 121,2 Millionen Dollar zu zahlen. Es ist das teuerste Kunstwerk des Jahres, außerdem markiert das Gemälde einen Rekord für den belgischen Künstler und überhaupt für ein Werk des Surrealismus.
Einst hing es im New Yorker Townhouse bei der Mäzenin Mica Ertegun (1926–2023) über dem Sofa, der Witwe des Musikmoguls Ahmet Ertegun, Gründer von Atlantic Records. Sie war Innenarchitektin und richtete die Wohnungen von Henry Kissinger, Keith Richards und vielen anderen ein.
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