Mit drei Neubauten und einer verdoppelten Parkanlage startet die Fondation Beyeler in eine neue Ära. Was Besucher zur Eröffnung der erweiterten Räume erwartet
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24.09.2026
Ein kleiner Trommler sitzt auf dem Dach des neuen Wyss-Museums bei der Fondation Beyeler. Alle halbe Stunde haut er wie zum Tusch auf seine Trommel. Die Skulptur „Drummer Boy“ von Maurizio Cattelan ist das i-Tüpfelchen auf dem Gebäude von Stararchitekt Peter Zumthor. Ab 26. September präsentiert sich das Museum in Riehen bei Basel mit gleich drei neuen Gebäuden, riesiger neuer Ausstellungsfläche und doppelt so großem Garten der Öffentlichkeit.
Zumthor (83) klettert gerade die Treppe in den dritten Stock des neuen Museumsbaus aus Stampfbeton hoch. Ist er zufrieden mit seinem Werk? „Es sieht nicht schlecht aus“, sagt er mit schweizerischer Bescheidenheit. Und fügt hinzu: „Das ist in der Schweiz das größte Kompliment überhaupt.“
Das Wyss-Museum hat Zumthor um mehr als 200 Jahre alte Bäume herumgebaut. Es hat eine Ypsilon-Form. Der Ginkgo, der Mammutbaum und die Platanen in einem Privatgarten, den das Museum dazugekauft hat, sollten erhalten bleiben. Man sieht die Riesen durch die Fenster, wo der Blick teils bis in den Schwarzwald reicht.
Benannt ist das Gebäude nach dem Hauptförderer des Neubaus, Hansjörg Wyss (91). Der Schweizer Milliardär ist ein großzügiger Kunstmäzen und Mitbesitzer des britischen Fußballclubs Chelsea.
Das neue Ensemble soll den Dialog zwischen Kunst, Architektur und Natur noch erlebbarer machen, sagt Ulrike Erbslöh, kaufmännische Direktorin des Museums, bei einem Rundgang. Die großen Fenster mit Blick auf die Baumriesen dienen der Verknüpfung von drinnen und draußen. „Dies ist ein Ort der Entschleunigung, da kann das Auge beim Blick auf die Natur mal ruhen, bevor es sich wieder der Kunst widmet“, sagt Erbslöh.
Gefeiert wird der Ausbau ab 26. September mit der umfangreichsten Sammlungsausstellung seit Eröffnung des Museums 1997. Sie heißt in Anlehnung an die gleichnamige Serie des US-Künstlers Alexander Calder „Constellations“.
Aus der Serie werden einige bunte Skulpturen aus Holz und Draht zu sehen sein. 230 aus der Sammlung und Leihgaben werden gezeigt, darunter auch Claude Monet, Pablo Picasso, Joan Miró, Mark Rothko, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans und andere.
Neu neben dem Wyss-Museum ist auch der ebenerdige Ammann-Pavillon aus Glas und Eichenholz. Er ist tagsüber ein offener Ort für alle, auch die, die nicht ins Museum wollen. Abends sind dort kulturelle Veranstaltungen geplant. Das neue „Erlen Torhaus“ ist für die Anlieferung der Kunstgegenstände da und beherbergt Arbeitsräume.
Das neue Ensemble wird ab dem 26. September schrittweise geöffnet. Am 15. Januar steht alles uneingeschränkt zur Verfügung. Der Eintrittspreis steigt Mitte Oktober von 25 auf 30 Franken (32 Euro) für Erwachsene. (dpa)