Was läuft?

Die wichtigsten Ausstellungen im September

Im September widmen wir uns den Tierbildern von Franz Marc, bewundern die „Nanas“ von Niki de Saint Phalle in Düsseldorf und begegnen den Mythen um Maria Magdalena im Städel

Von Sophie Baars
01.09.2026

Franz Marc. Die Suche nach einer besseren Welt

Kunstsammlung NRW, bis 24. Januar 2027

Eingebettet in grüne Wiesen schlummert eine orangenfarbene Katze friedlich hinter einem blauen Baumstamm: Auf der Suche nach einer idealen Natur, griff Franz Marc für seine berühmten Tierdarstellungen auf expressive Farben und reduzierte Formen zurück. Im Mittelpunkt der ersten großen Einzelausstellung des Malers seit mehr als 20 Jahren stehen die mit Farbsymbolik aufgeladenen Natur- und Tierwelten Franz Marcs, für die er berühmt wurde. Geprägt von einer Sehnsucht nach Harmonie geben die Gemälde Einblicke in die Naturwahrnehmung des Künstlers. Die Kunstsammlung NRW beleuchtet sein Werk, das zwischen 1904 und 1914 entstand, und die Rolle des Expressionisten, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel, als „Wegbereiter der Moderne“. Zudem wird die Zusammenarbeit Marcs mit Kandinsky und Macke und die daraus hervorgehende Gründung der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ ins Blickfeld gerückt.

Orangene Katze schlafend auf einer grünen Wiese.
Franz Marc, „Kinderbild (Katze hinter einem Baum)“, 1910/11. © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Maria Magdalena Sin. Pray. Love.

Städel Frankfurt, bis 17. Januar 2027

Als selbstbestimmte Frau des Glaubens fasziniert die biblische Figur der Maria Magdalena über Epochen und geografische Grenzen hinweg. Zahlreiche Legenden und Projektionen begleiten die Vorstellungen von ihr, die von der heiligen Begleiterin Christi bis hin zur Prostituierten und Sünderin reichen. In Frankfurt wird eine diverse Bilderwelt Maria Magdalenas zusammengeführt und unterschiedliche Vorstellungen von Körper, Glaube und der gesellschaftlichen Rolle der Frau erkundet. In ihrem Gemälde „La sfida“ (Die Herausforderung) inszeniert die spanische Künstlerin Nieves González Maria Magdalena mit furchtlosem Blick und glänzendem Totenschädel in den Händen. Elemente des spanischen Barocks werden mit zeitgenössischen Elementen kombiniert und Magdalena zum modernen Symbol für weibliches Selbstbewusstsein und Spiritualität.

Darstellung der Maria Magdalena in rotem Kleid mit Totenschädel in den Händen
Nieves González, „La sfida (Die Herausforderung)", 2025. © Nieves González, Städel Museum

Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler: innen in Deutschland

Bucerius Kunst Forum Hamburg, bis 23. Februar 2027

Julie und Wilhelm Landmann waren die Besitzer einer der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Klassischen Moderne. Das jüdische Ehepaar aus Mannheim musste 1936 aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung nach Kanada fliehen. Die Werke ihrer Sammlung, darunter auch „Sonntagmorgen in Danzig“, konnten größtenteils gerettet werden. Sie sind nun erstmals wieder in Deutschland zu sehen, das Bucerius Kunst Forum führt bedeutende, in alle Welt zerstreute Kunstsammlungen deutscher Jüdinnen und Juden vor 1945 zusammen. Die Ausstellung umfasst rund 100 Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Paul Cézanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Max Pechstein und Pablo Picasso. Die Schicksale und Biografien ausgewählter Sammlerinnen und Sammler, geprägt von Enteignung, Verfolgung, Flucht und Ermordung, werden rekonstruiert. 

Frau in weißem Kleid vor der Altstadt von Danzig
Wladimir von Zabotin, „Sonntagmorgen in Danzig", o. J. © Sammlung Emma Zabotin, Foto: Kunsthalle Mannheim

Niki de Saint Phalle. Dream Machine

Kunstpalast Düsseldorf, bis 7. Februar 2027

Niki de Saint Phalle nahm sich, was Männer selbstverständlich besaßen: Einfluss und Macht. Von biografischen Filmen und Fotografien über ihre berühmten Schießbilder der 1960er-Jahre bis hin zu den „Nanas“ liefert „Dream Machine“ einen Einblick in vier Jahrzehnte des Œuvres der französisch-amerikanischen Künstlerin. Frauenplastiken in schönlinigen Formen und in farbfroher Gestaltung wurden zu ihrem Markenzeichen: Mit den Beinen in der Luft, kopfüber posierend, drückt „Nana rouge jambes en l’air“ Ausgelassenheit und die Missachtung weiblicher Körperideale aus. Niki de Saint Phalle zählt zu den Hauptvertreterinnen der europäischen Pop-Art und verhandelte in ihren Werken aus vier Schaffensjahrzehnten feministische, soziale und politische Themen.

Frauenskulptur auf dem Kopf stehend in roter Farbe
Niki De Saint Phalle, „Nana rouge jambes en l'air", um 1968. © Leopold-Hoesch-Museum, Düren, VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Peter Hinschläger

Correggio. Berührend menschlich

Zwinger Dresden, bis 10. Januar 2027

Auf meisterhafte Art und Weise bildet Correggio in seinen Gemälden menschliche Emotionen und bewegte Szenerien in sinnlichem Licht ab. Für die weltweit erste Ausstellung zum Gesamtwerk Correggios wird die Dresdner Sammlung mit Leihgaben aus dem Louvre, dem Prado, der National Gallery London und den Uffizien erweitert. Besonderes Highlight ist außerdem die erstmalige Präsentation der vier Jahre lang restaurierten „Madonna des Heiligen Sebastian“, die nun wieder in voller Strahlkraft bewundert werden kann. Mit seiner zarten Bildsprache prägte und inspirierte Correggios Œuvre die Kunstwelt nachhaltig. So war er Vorbild für Peter Paul Rubens und Parmigianino und bereitete den Weg von der Renaissance in den Manierismus.

Darstellung der Madonna des heiligen Georg mit Jesus, umgeben von Putten
Correggio, „Madonna des heiligen Georg", um 1530. © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Lösel

Zur Startseite