Vom Skulpturenpark zum Dom

Der dritte Tag führt vom Museum Ludwig in ein Galerienhaus in Niehl und last but not least in den Kölner Dom.

Zurück in Köln beginnt der Tag mit dem Museum, dessen Namensgeber die rheinische Kunstszene von der Nachkriegs­zeit bis in die Neunzigerjahre geprägt haben: Das Museum Ludwig feiert in diesem Jahr sei­nen 40. Geburtstag und ver­dankt seine Existenz einer Schenkung des Sammlerpaares Irene und Peter Ludwig. Beson­ders im Bereich der amerikani­schen Nachkriegskunst waren die Ludwigs Pioniere, und so gehören Werke von Pollock, Warhol und Co. zu den vielen Highlights der Sammlung. Zum Jubiläum gibt es ab 9. April eine Fernand-Léger-Schau, im Sommer folgen zeit- genössische Künstler, die eigens Werke für das Ludwig schaffen.

Vom Museum Ludwig sind es nur gut fünf Minuten zu Fuß zum MAKK, dem Museum für Angewandte Kunst Köln. Noch bis Juni läuft hier eine Ausstellung zum Thema Radio, die vom Trichterlautsprecher über Dieter Rams’ Designklassiker bis zum Digitalradio die Geschichte dieses Alltagsbegleiters dokumentiert. Vis-à-vis thront das mächtige Funkhaus des WDR, das ein schönes Café-Restaurant zu bieten hat.

Die Galerie Hammelehle und Ahrens in Köln-Niehl
Die Galerie Hammelehle und Ahrens in Köln-Niehl (Foto: Michael Reisch)

Eine hervorragende Adresse zum Mittag- oder Abendessen ist das Le Moissonnier im Agnesviertel am nördlichen Rand der Innenstadt. Das französische Restaurant bietet Spitzenküche in entspannter Atmosphäre und wurde mit zwei Michelin-Sternen gewürdigt. Von hier ist es nicht weit zum Skulpturenpark, der bei schönem Wetter zu einem Spaziergang rund um Kunstobjekte von Dan Graham, Per Kirkeby oder Ulrich Rückriem einlädt. Schwindelfreie steigen danach an der Haltestelle Zoo in die Seilbahn, die auf die andere Rheinseite führt, und flanieren durch den Rheinpark in Richtung Deutz. Wer nicht in die Seilbahn gestiegen ist, macht einen Abstecher ins Nachbarviertel Niehl, wo die Galerien Vera Gliem und Hammelehle und Ahrens in einem ehemaligen Umspannwerk residieren, dessen Redesign diverse Architekturpreise eingeheimst hat.

Kein Kölnbesuch darf ohne ihn auskommen, und so heben wir uns das Beste für das Ende auf: den Dom. Es ließe sich so vieles sagen über die gotische Kathedrale, die erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt wurde, in deren Zinnen Wanderfalken nisten und für die Gerhard Richter ein Fenster schuf. Doch man kann sich auch einfach nur auf eine der Bänke setzen und innehalten. Danach geht man raus auf die Hohernzollernbrücke, blickt in die Ferne den Rhein entlang und auf die Brücken, die ihn seit Römerzeiten kreuzen. Wie sagen die Kölner so schön in ihrem fröhlichen Fatalismus? »Et es wie et es.«

Treppenaufgang des 1986 erbauten Museum Ludwig
Treppenaufgang des 1986 erbauten Museum Ludwig (Foto: Museum Ludwig)