09.04.2020 Sabine Schmidt

Nathan Peter: Zyklus vom Werden und Vergehen

Galerien und Kunsthandlungen haben geschlossen – aber wir öffnen ein digitales Schaufenster. Hier führt uns die Berliner Galeristin Sabine Schmidt von PSM durch die aktuelle Ausstellung von Nathan Peter

Nathan Peter, 1978 in Minneapolis, Minnesota, geboren, zeigt in seiner aktuellen Ausstellung Garden bei PSM in Berlin sowohl neue visuelle Inspirationen als auch Techniken. Er übersetzt den natürlich wiederkehrenden Zyklus vom Werden und Vergehen durch eine reduktive Art des Malens, indem er wegnimmt anstatt hinzuzufügen, zerlegt, zerschneidet, auftrennt oder wegschleift, um etwas Neues zu schaffen.

In „cosmic garden“ verwendet er die Nähmaschine und den genähten Faden als strukturelles Rastersystem, um geteilte Bildelemente zu neuen Anordnungen zusammenzusetzen. Große Terpentintröpfchen lassen den Malgrund durchblitzen und vereinheitlichen die Oberfläche wie frische Regentropfen auf den abgefallenen Blättern und Blütenblättern der abgebildeten Motive. Wie Spritzer eines Bleichmittels wirken sie aber auch als visueller Reizstoff.

Entgegen der gemalten Flora in „cosmic garden“ wird in „I prefer wild gardens“ die freiliegende Leinwand zu abgefallenen Blättern und Unterholz. Die farbigen Segmente ragen hervor wie Pflastersteine, die von einem Wurzelgewirr hochgeschoben wurden.

In der Arbeit „maille“ wird diese Entfaltung und Verpixelung in einzelne Stücke bemalter Leinwand übersetzt. Die quadratischen Elemente wurden durch filigrane Metallringe wieder zu einer einheitlichen Oberfläche verbunden, die die großen und undurchsichtigen Flächen physikalisch verbinden, visuell aber in eine poröse und empfindliche Matrix auflösen.

Das singuläre Gemälde der Pilze „mushrooms“ ist eine Anspielung auf Peters fortgesetzte Untersuchungen des klassischen Stilllebens.
Die taktilen Arbeiten, die abstrakten Arbeiten und die figurativen Arbeiten werden in den Händen des Künstlers materiell formbar. Nicht definiert durch eine singuläre Oberfläche oder ein einziges Bild, sondern durch eine weitgehende Veränderlichkeit, die ihre Ganzheitlichkeit ständig in Frage stellt, um sie anschließend in andere Systeme und Ordnungen visuell und physisch neuer Gemälde zu überführen. 

Service

Informationen

Nathan Peter, Garden, online bis 18. April
www.psm-gallery.com
www.instagram.com/psmgallery
Tel.: +49 30 246 492 00