Kunsthandel

Galerie Thomas: Virtuelle Messestände und Online-Plattformen

Die Münchner Galerie Thomas gehört zu den weltweit führenden Händlern im Bereich des Expressionismus und der Klassischen Moderne. Im Interview erzählt Silke Thomas, wie sich die Kunstwelt für sie durch die Coronakrise verändert, wie sie mit Messeabsagen umgeht und was aktuell in ihren Ausstellungsräumen zu sehen wäre.

Von Laura Storfner
24.03.2020

Welche Ausstellung wäre aktuell in Ihren Räumen zu sehen – und was macht sie sehenswert?

Aufgrund der frühzeitigen Schließung der Messe Tefaf in Maastricht zeigen wir aktuell unsere dortige Messekoje als Galerieausstellung. Wir haben auf der Tefaf erstmals einen zweigeschossigen Stand gehabt in dem wir unten die Klassische Moderne und den Deutschen Expressionismus zeigen konnten, während im Obergeschoß die Moderne präsentiert war. Das zeigen wir nun auf einer Ebene in unseren Münchner Galerieräumen, mussten aber auch hier den Publikumsverkehr einstellen. Wir zeigen eine tolle kubistische Skulptur von Lipchitz und einen frühen neo-klassizistischen Picasso und Gemälde von van Dongen und Edvard Munch. Eine Gruppe von Werken von Marc Chagall, Fernand Leger und Max Ernst runden diesen Bereich ab. Die Moderne wird mit Werken von Günther Uecker, Tony Cragg und Günther Förg sowie Peter Halley vertreten.

Wie halten Sie Kontakt mit Ihren Sammlern und Kunstinteressierten?

Wir erfahren nach wie vor sehr viel Zuspruch von unseren Kunden über das Telefon, erhalten weiterhin auch ernsthafte Kaufanfragen und kommunizieren wie gehabt sehr viel über Email – was wir sonst allerdings auch tun, was auch mit dem Zeitunterschied zu unserem großen Kundenstamm in den USA zusammenhängt.
 
Nutzen Sie Onlineplattformen und Social Media momentan verstärkt und wenn ja, wie arbeiten Sie an neuen, virtuellen Ausstellungskonzepten?

Wir sind zum Glück keine Neulinge auf dem Gebiet der Kunst-Onlineplattformen wie artnet und Artsy, die wir ja seit vielen Jahren nutzen und auch im Bereich Social Media sind wir schon lange aktiv. Das kommt uns natürlich jetzt besonders zugute und wir können diese Kanäle in diesen Zeiten verstärkt einsetzen. Darüber hinaus bietet die Art Basel Hong Kong für alle Galerien, die dort ausgestellt hätten, erstmals die Möglichkeit einer Online-Messe. So haben wir einen virtuellen Stand konzipiert und wir können dem Besucher unsere Arbeiten online präsentieren und mit ihm ins Gespräch kommen.

Was bedeutet es für Sie, aktuell nicht an Messen teilnehmen können?

Wir bedauern das natürlich sehr. Der Kunstmarkt ist nun mal seit vielen Jahren besonders auf die Messen fokussiert, die natürlich auch für uns zu den wichtigsten Umschlagplätzen zählen. Darüber hinaus treffen wir dort unsere treuen Kunden, haben viele gute Gespräche und knüpfen entsprechend auch viele neue Kontakte. Wenn solche Messen nun nicht stattfinden, bedeutet das für uns natürlich große Umsatzverluste.

Service

Informationen

Frühjahrsausstellung, online bis 25. April
www.galerie-thomas.de
www.instagram.com/galerie_thomas/
Tel.: +49 89 290008-60

Auf unseren Facebook– und Instagram-Kanälen geben Silke Thomas und Galeriedirektor Jörg Paal einen exklusiven Video-Rundgang durch die aktuelle Ausstellung.