02.10.2017 Tim Ackermann

Ausstellungshighlights im Oktober

Peter Paul Rubens im Kunsthistorischen Museum in Wien, Cézanne in der Kunsthalle Karlsruhe und der japanische Fotograf Nobuyoshi Araki in der Pinakothek der Moderne in München. Weitere Highlights in unserer Monatsvorschau.

Peter Paul Rubens,
Peter Paul Rubens, "Helena Fourment (Das Pelzchen)", um 1636/1638 (Foto: KHM-Museumsverband)

Rubens
Kunsthistorisches Museum Wien
17. Oktober bis 21. Januar 2018

Vor die Meisterschaft hat die Natur das Studium gestellt, und das gilt natürlich auch für den stets besonders fleißigen Peter Paul Rubens (1577–1640), der sich vieles bei den Malergenies der Historie abschaute. So ergab 2015 ein Röntgenscan seines Gemäldes „Helena Fourment“, auch „Das Pelzchen“ genannt, (um 1636/1638, o.), dass Rubens im Hin- tergrund ursprünglich einen Brunnen andeutete, für den er sich Anregungen bei Tizian geholt hatte. Die Schau, für die das Kunsthistorische Museum allein auf 40 Gemälde des eigenen Bestandes zurückgreifen kann, zeigt Rubens’ Werke im Dialog mit Skulpturen der Antike und der Renaissance und Gemälden von Tizian bis Caravaggio.

Nobuyoshi Araki, aus
Nobuyoshi Araki, aus "Tokyo", 1969–1973, (Foto: Nobuyoshi Araki)

Araki.Tokyo
Pinakothek der Moderne, München
27. Oktober bis 18. Februar

Der japanische Fotograf Nobuyoshi Araki schafft es, in seinem Werk Alltagszenen und (Bondage-)Erotik auf elegante Weise miteinander zu verknoten. Das hat ihn zu einem Liebling des Kunstmarkts gemacht. Der Zyklus „Tokyo“ (1969– 1973), der aus 28 Diptychen besteht, zählt zum Frühwerk des Künstlers, doch scheinen hier schon die wichtigen Themengegen- sätze auf – öffentlich und privat, angezogen und nackt. Die Pinakothek ergänzt die Serie mit weiteren Tokioaufnahmen und Künstlerbüchern Arakis.

Holländer in Paris
Van Gogh Museum, Amsterdam
6. Oktober bis 7. Januar

Den Nabel der Kunstwelt fand Vincent van Gogh 1886 im Montmartre-Viertel, wo er plein air malte und den Impressionismus studierte. In den Jahrzehnten danach kamen auch Kees van Dongen, Jan Sluijters und Piet Mondrian nach Paris, um ihre Kunst mit echtem Metropolenflair aufzuladen.

Paul Cézanne, Ansicht Montagne Saint-Victoire, 1890–1895 (Foto: Scottish National Gallery, Edinburgh)
Paul Cézanne, Ansicht Montagne Saint-Victoire, 1890–1895 (Foto: Scottish National Gallery, Edinburgh)

Cézanne
Kunsthalle Karlsruhe
28. Oktober bis 11. Februar 2018

Eigensinn und Beharrlichkeit waren zwei seiner stärksten Charakterzüge: So schuf Paul Cézanne zu Füßen der Montagne Saint-Victoire (oben eine Ansicht von 1890–1895) unsterbliche Werke, die die Kunst revolutionierten. Gemälde aus Karlsruhe, aber auch dem MoMA, dem Pariser Musée d’Orsay oder dem Puschkin-Museum in Moskau sollen Querverbindungen zwischen Porträts, Stillleben und Landschaften aufzeigen.

Jeanne Mammen
Berlinische Galerie, Berlin
6. Oktober bis 15. Januar 2018

Viel, viel, viel zu wenig bekannt ist immer noch Jeanne Mammen, deren Revuegirls und Straßenszenen der Zwanzigerjahre den Meisterwerken von Dix oder Grosz in Nichts nachstehen. Die Schau weitet den Blick auch auf Mammens kubistische Werke während der NS-Zeit und ihr Spätwerk.

Weitere Termine:

Frieze|Frieze Masters, London, 5. bis 8. Oktober

TEFAF NY Fall, New York, 28. Oktober bis 1.  November

FIAC, Paris, 19. bis 22. Oktober

Kunstherbst München, 21. bis 29. Oktober