27.02.2017 Sebastian Preuss

Was bietet der März

„Slow Food“ im Mauritshuis und Michelangelos Austausch mit Sebastiano del Piombo in der National Gallery London. Weitere Highlights in unserer Monatsvorschau

Clara Peeters (1594-1658), Öl/Holz, 1611, 52x73cm (Foto: Museo Nacional de Prado)
Clara Peeters (1594-1658), Öl/Holz, 1611, 52x73cm (Foto: Museo Nacional de Prado)

Slow Food
Mauritshuis, Den Haag
9. März bis 25. Juni

Hollands Goldenes Zeitalter, diese boomende Epoche im 17. Jahrhundert, ist auch deshalb so populär, weil wir sie in Tausenden von Bildern vor Augen haben. Die Nachfrage nach Gemälden war groß, etwa nach „Banketjes“, Stillleben mit reich gedeckten Tafeln. Hier konnten die Bürger ihren Wohlstand vorführen, aber auch calvinistisches Moralisieren über Luxus und Vergänglichkeit spielte eine Rolle. Dabei kam ein wichtiger Anstoß aus dem katholischen Süden: Die flämische Malerin Clara Peeters (Abb., ein Werk von 1611) war eine der ersten, die sich diesem Genre widmete, bevor Haarlem zum Zentrum der „Schautafel“-Produktion wurde. Unter dem Titel „Slow Food“ widmet sich das Mauritshuis dieser appetitlichen Bildgattung.

 

Martin van Meytens (Schule), Franz I. Stephan und Maria Theresia mit elf Kindern, um 1764/65 (Foto: KHM Gemäldegalerie, Wien)

Maria Theresia
Wien, Schloss Hof, Schloss Niederweiden
15. März bis 29. November

Eine Frau, eine Epoche: Resolut regierte Maria Theresia 40 Jahre lang über Österreich und die habsburgischen Kronländer. Nebenbei gebar sie 16 Kinder und brachte ihren Mann Franz Stephan auf den Kaiserthron des römisch-deutschen Reichs. Sie modernisierte den Staat und prägte die höfische Kultur des Rokoko. Vor 300 Jahren wurde diese ungewöhnliche Frau geboren; Grund genug, an vier Orten in Wien und Niederösterreich an ihr Wirken und ihre künstlerische Hinterlassenschaft zu erinnern.

Wunder Roms
Diözesanmuseum, Paderborn
31. März bis 13. August

Rom hat die Menschen zu allen Zeiten fasziniert, als Kapitale der antiken Welt, Zentrum der Christenheit und Sehnsuchtsort zahlloser Künstler und Geistesgrößen. Eine ehrgeizige Ausstellung holt die Ewige Stadt nun nach Paderborn, mit Kunstwerken von der Antike bis zur Gegenwart.

Jardins
Grand Palais, Paris
15. März bis 24. Juli

Gärten werden in der Kunstgeschichte gern vernachlässigt. Wer aber je die erhabene Pflanzengeometrie in Versailles oder die besten englischen Landschaftsgärten durchwandert hat, weiß genau: Das ist große Kunst. Die gestaltete Natur von der Renaissance bis zur Gegenwart – das Grand Palais lädt zum Lustwandeln ein.

Michelangelo, Aktstudie, ca. 1510-1511, 27,2x19,2cm (Foto: Albertina, Wien)

Michelangelo
National Gallery, London
15. März bis 25. Juni

Michelangelo hat viele Künstler beeinflusst. Mit Sebastiano del Piombo verband ihn aber auch eine enge Freundschaft. Die Londoner National Gallery thematisiert den intensiven Austausch und zeugt von ihrer gegenseitigen Inspiration. Neben Zeichnungen wie Michelangelos Studie für einen Nackten (Abb, um 1510/11) stehen zwei monumentale Gemälde aus Viterbo und London im Mittelpunkt der Schau.

Richard Serra
Museum Wiesbaden
17. März bis 18. Juni

Material, Gewicht, Tragen und Lasten – das sind die elementaren Kategorien im Werk von Richard Serra. Mit seinen tonnenschwe- ren Skulpturen aus geraden und gebogenen Stahlplatten ist der 77-jährige Amerikaner längst ein Klassiker. Kaum mehr vorzustellen, welche Empörung er einst erregte, wenn seine Werke auf Plätzen aufgestellt wurden. Das Museum Wiesbaden zeigt nun sein Frühwerk der Sechziger mit zwölf „Prop Pieces“.

Weitere Termine im März:

The Armory Show, New York, 2. – 5. März

TEFAF, Maastricht, 10. – 19. März

Kunst und Antiquitäten München, 18. – 26. März

BADA Art Fair, London, 15. – 21. März

Salon du Dessin, Paris, 22. – 27. März

Art Basel Hongkong, 23. – 25. März

Art Paris Art Fair, 30. März – 3. April