Auktionen

Russische Kunst und Ikonen

Am 4. und 5. November gibt es bei Hargesheimer in Düsseldorf Gelegenheit, eine von rund 1600 Positionen russischer Kunst und Ikonen zu ersteigern.

Von Frank Maier-Solgk
01.11.2016

Bewegen sich die Taxen für Ikonen in aller Regel unter oder um 10.000 Euro, so ist der Limitpreis von 100.000 Euro für eine monumentale, 156 x 125 cm große Ikone aus Russland eine rekordverdächtige Rarität. Das Prachtstück stammt aus Russland um 1800. Grund für die hohe Taxe ist nicht nur die Größe, sondern in diesem Fall die Kombination von Format und dem seltenen Thema des Jüngsten Gerichts, das die Schrecken wie die ­Wonnen eines gottesfürchtigen Lebens schildert.
Die stark mit der nationalen Tradition verbundene russische Klientel, die an solchen Werken Interesse hat, dürfte auch an zwei Ikonen mit emailliertem Vermeiloklad nicht achtlos vorbeigehen, die sowohl signiert wie datiert sind: eine von Ossip Chirikov von 1896 zum Limitpreis von 2500 Euro und eine von A. A. Alekseev von 1908 (Limitpreis 5000 Euro).
Wer Dostojewskis „Brüder Karamasow“ gelesen hat, weiß um die russische Affinität nicht nur zu Religion, ­sondern auch zur Trinkfreude. Wodka wurde gerne aus Kowschi, aufwendig gestalteten Trinkbechern, getrunken. So ist es durchaus naheliegend, dass bei Hargesheimer neben Ikonen auch ein Paar der in diesem Fall silbernen Kowschi von Fabergé (Limit 15.000 Euro) sowie ein fünfteiliges Kowsch-Set mit polychromen Cloisonné-Dekorationen (Limit 1200 Euro) zum Aufruf kommen.

ABBILDUNG

Nikolaos Tzafouris, Ikone „Madre della Consolazione“, um 1500, Veneto-Kretisch, Hargesheimer, Düsseldorf, Limit 15 000 Euro (Foto: Hargesheimer, Düsseldorf)

Auktion

Hargesheimer Düsseldorf, 4. und 5. November

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Dieser Beitrag erschien in

WELTKUNST Nr. 122/2016

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