Auktionen

Die Hoffnung stirbt immer zuletzt

In der Natur ist der Kaiserspecht wohl ausgestorben. Glücklicherweise zeigt ihn eine Tafel in Alfred Malherbes Monographie des picidées ou histoire naturelle des picidés. Das Prachtwerk kommt am 18. Mai bei Reiss & Sohn (Königstein) zum Aufruf.

Von Stefan Weixler
09.05.2016

In Mexiko sind schon so einige verschwunden – und nur wenige je wieder aufgetaucht. Große Zuversicht darf man also nicht haben, dass sich der Kaiserspecht (Campephilus imperialis) – der größte bekannte Vertreter seiner Ordnung – noch irgendwo in den Kiefern- und Eichenwäldern des nordwestlichen Hochlands versteckt. Zuletzt nachgewiesen wurde er 1956 im Bundesstaat Durango, im wüsten Bergland der Sierra Madre. Ein knapp anderthalb Minuten langer 16-Millimeter- Farbfilm des Zahnarzts und Hobby-Ornithologen William Rhein aus Pennsylvania zeigt ihn in einer totholzreichen Gegend. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt – und so gibt es bis in die Gegenwart hinein immer wieder vermeintliche Sichtungen.

Glücklicherweise hat der französische Richter und Naturforscher Alfred Malherbe (1804 – 1865) die Spezies in seiner vierbändigen Monographie des picidées ou histoire naturelle des picidés, picumninés, yuncinés ou torcols detailliert abgebildet: Unten sitzt das bis zu 60 Zentimeter große Männchen (Fig. 1), zu erkennen an der markanten roten Haube, oben das deutlich kleinere, rein schwarz-weiße Weibchen (Fig. 2 / 3). Rechts ist noch ein Paar des verwandten Elfenbeinspechts (Campephilus principalis) zu sehen, der sich womöglich noch immer in Arkansas aufhält (Fig. 4 / 5). Reiss & Sohn aus Königstein bringt das Prachtwerk zur Vogelfamilie mit insgesamt 122 altkolorierten Tafeln am 18. Mai in seiner ersten, 1862 bei J. Verronnais/Metz gedruckten Auflage zum Aufruf. Die Rarität ersten Ranges soll mindestens 15.000 Euro einspielen.

Den Vorbericht zu dieser Auktion bei Reiss und Sohn finden Sie in KUNST UND AUKTIONEN Nr. 8/2016

Zum Katalog

Zur Startseite