Im Jahr 2026 locken die Museen wieder mit zahlreichen großartigen Ausstellungen. Wir zeigen, was Sie nicht verpassen sollten. Teil 2: April bis Juni
ShareMuseum of Modern Art, New York, vom 12.4. bis 22.8.
Überfigur Duchamp. Schon viel wurde gesagt über diesen Künstler, dessen Wirken die Kunstgeschichte wie mit der Kreissäge in ein Davor und ein Danach zerschnitt. Jetzt gibt es endlich wieder Duchamp zum Anschauen: Die erste Retrospektive in den USA seit 53 Jahren bietet im MoMA eine Hitparade, vom kubistischen Bild „Nude Descending a Staircase, No.2“ über die Schnurrbart-Mona-Lisa bis zu originalen Readymades. Die zweite Station in Philadelphia zeigt ab 10. Oktober auch noch das „Große Glas“. Bombastisch!
Museum Ludwig, Köln, vom 18.4. bis 11.10.
Anfang der Achtzigerjahre geriet der Kalte Krieg in seine frostigste Phase. Gleichzeitig schien das Leben in den beiden deutschen Staaten zu stagnieren. Das Museum Ludwig fokussiert auf diesen Moment des angespannten Atemanhaltens und präsentiert Alltagseindrücke aus der BRD und der DDR von dokumentarischen Fotokünstlern wie Derek Bennett, Ute Mahler oder Evelyn Richter. Die kleine Schau zeigt Gemeinsamkeiten über Grenzen hinweg auf.
Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe, vom 9.5. bis 2.8.
Als ewiger Geheimtipp wird diese Künstlerin hoffentlich nicht in die Annalen eingehen. Denn die 72-jährige Nanne Meyer schafft seit vier Dekaden wundervolle, manchmal konzeptuelle, oft humorvolle Zeichnungen. Nicht selten nutzt sie dabei alte Landkarten als Untergrund für ihre Bilder. „Pläne für gezieltes Umherirren“ lautet der Titel ihrer großen Schau in Karlsruhe mit über 300 Werken. Wir folgen diesem Ruf gerne!
Lenbachhaus, München, vom 12.5. bis 27.9.
Trotz der zeitlichen Distanz erscheinen uns die vielfarbigen Zwanzigerjahre sehr nah: Das Lenbachhaus sucht den titelgebenden Dialog ohne Theorieüberbau und mit Blick auf die Zeugniskraft der großen Kunstwerke – wenn etwa Rudolf Schlichter den Dramatiker Bertolt Brecht verewigt oder Käte Hoch sich selbst als feministische Aktivistin.
Kunstmuseen Krefeld, vom 17.5. bis 24.1.2027
Wenn Emma Talbots frei hängende Bilder aus bemalter Seide durch einen Luftzug ins Vibrieren geraten, geht von ihren fantasievollen Szenen ein besonderer Zauber aus. Die 1969 geborene Engländerin wirkt ihre Magie im Kaiser-Wilhelm-Museum vor dem Wandgemälde-Zyklus „Lebensalter“ von Johan Thorn Prikker (1868–1932). Flankiert wird dieses Ereignis durch eine Werkschau des Niederländers, der zwischen Jugendstil und geometrischer Form schwebte und wunderschöne Glasfenster, Mosaike und Gemälde schuf.
Alte Nationalgalerie, Berlin, vom 22.5. bis 27.9.
Vor 100 Jahren, am 7. Januar des Jahres 1926, verstarb der große Paul Cassirer. Die Alte Nationalgalerie richtet ein Jubiläumsfest für den Berliner Kunsthändler und Verleger aus, der dem muffigen Kaiserreich die nötige Portion französischen Esprit einimpfte: Die Impressionisten, van Gogh und Cézanne – viele sahen das erstmals in Cassirers 1898 gegründeter „Kunst- und Verlagsanstalt“. Über 100 Bilder ehren ab Mai ein formidables Lebenswerk.
Hier geht es weiter zu Teil 3 unserer Ausstellungstipps