29.08.2019 Weltkunst Redaktion

Wie kamen Sie zur Kunst, Herr Gorschlüter?

Peter Gorschlüter ist Direktor des Museum Folkwang in Essen. Uns hat er verraten, was ihn auf seinem Weg dorthin angetrieben hat

Ein Schulfreund von mir, der Maler Armin Boehm, studierte in den 1990er-Jahren in Düsseldorf. Durch ihn habe ich viel Zeit in der Kunstakademie verbracht. Da meine Freunde es satt hatten, auf den Akademierundgang ein Mal im Jahr zu warten, begannen wir damit, selbst Ausstellungen zu organisieren. Da ich der Einzige dort war, der keine Kunst machte, musste ich mich eben um die Organisation kümmern. Das waren zunächst „Tagesausstellungen“ – erst in meiner 25 Quadratmeter großen Kölner Studentenwohnung, später auch in anderen Räumen. Ich studierte damals Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und arbeitete als Regieassistent. Theater oder Kunst? Meine Leidenschaft für die Kunst war größer. So schrieb ich mich 1998 an der HfG Karlsruhe für Kunstwissenschaft und Medien­theorie ein. 

Portrait Peter Gorschlüter, Foto: Tanja Lamers
Portrait Peter Gorschlüter, Foto: Tanja Lamers

Parallel jobbte ich in der gerade gegründeten Galerie Meyer Riegger. Ich war auf dem Sprung, selbst Galerist zu werden, als ich das Angebot von Ulrike Groos bekam, als Kurator in ihrem Team die Kunsthalle Düsseldorf programmatisch mit zu erneuern. Mir war gleich klar, das ist jetzt eine Chance, die ich so schnell nicht wieder bekomme. So kam ich zurück nach Düsseldorf. Ich habe dort großartige Erfahrungen sammeln können, genauso wie später als Sammlungs- und Ausstellungsleiter der Tate Liverpool und als stellvertretender Direktor des MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt.

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WELTKUNST Nr. 160/2019