Die 59. Ausgabe der Art Cologne findet zum letzten Mal in Halle 11 statt. Die Galerien aus dem Sektor Neumarkt präsentieren ihre jungen Talente bereits in diesem Jahr auf neuen Flächen
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29.10.2026
Es ist ein Abschied mit Neustart: Die 59. Ausgabe der Art Cologne, an der 165 Galerien teilnehmen, markiert den Schlusspunkt in Halle 11. Kölns Kunstmesse war hier viele Jahre heimisch, doch die erste Art Cologne Palma Mallorca im Frühjahr hat einige Traditionen ins Wanken gebracht: Ihre Premiere im Kongresszentrum der Insel offenbarte, wie viel besser der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts luftige Tageslichthallen stehen. Etwas mehr von dieser Atmosphäre wünscht sich Daniel Hug als Direktor beider Messen schon länger für das Rheinland – und bekommt sie ab 2027 in der jüngst errichteten Halle 1 und dem neuen Kongresszentrum Confex. Der Umzug bringt sämtliche Stände auf eine Ebene, verspricht mehr optische Großzügigkeit.
Im aktuellen Jahr ändert sich bei der Art Cologne nichts an den bewährten Gepflogenheiten wie der Differenzierung in die Sektionen Galleries, Collaborations oder Art + Object für jene Teilnehmenden, die Design mit bildender Kunst zusammenbringen; darunter Artesilva aus dem italienischen Seregno, Derda (Berlin) oder die Zürcher Galerie Dierking, die frühe Spiegel-Environments von Christian Megert zeigt, mit denen er 1968 auf der Documenta IV in Kassel vertreten war. Die Struktur am neuen Ort im kommenden Jahr nimmt Hug aber trotzdem zum Anlass, ein paar seiner künftigen Ideen schon jetzt umzusetzen. So holt er die 35 Stände des Sektors Neumarkt für junge Galerien und kuratierte Projekte aus den vier Ecken der oberen Hallen, um sie an zwei Seiten zu positionieren. Die Münchner Galeristin Paulina Caspari, wie Alex Serra aus Köln oder Niso aus London eine Neumarkt-Newcomerin, wird es freuen: Ihre 16 oder 24 Quadratmeter großen Stände reihen sich nun aneinander und stellen konzentriert aufstrebende Talente vor. Die aktuellen Stars des Kunstmarkts sind anderswo auf der Art Cologne, hier geht es um die kommende Generation. Wer Erstere sucht, schaut bei Karsten Greve, Gisela Capitain, Max Hetzler, Thaddaeus Ropac oder Sprüth Magers vorbei, die wie gewohnt den Sektor Galleries mit großen Namen und Formaten dominieren.
Fast ein Drittel der Teilnehmer seien erstmals dabei oder kehrten nach längerer Abstinenz zur Art Cologne zurück, erklärt Hug. Dies unterstreiche die Bedeutung des Rheinlandes für den deutschen Kunstmarkt. Ihren Anteil daran haben Supersammler wie Gil Bronner, dessen Kunsthalle Philara 2026 ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Der Art-Cologne-Preis geht an die gesamte, in Düsseldorf ansässige Familie. Flankiert wird er von dem mit 5000 Euro dotierten Preis für Kunstkritik, den diesmal Sarah Alberti erhält; von Leipzig aus schreibt sie nicht zuletzt für die Weltkunst.
In Leipzig und Berlin sitzt die Galerie Eigen & Art, die einen Stand auf der Art Cologne hat, aus Istanbul reist Dirimart unter anderem mit keramischen Objekten von Anselm Reyle an. Die Nino Mier Gallery (New York/Brüssel) offeriert Skulpturen des deutschen Bildhauers Stefan Rinck. Walter Storms (München/Berlin) zeigt abstrakte Werke von Giorgio Griffa, der vor einem halben Jahrhundert Teil der Avantgarde-Schau „Prospect“ in Düsseldorf war. Einen ähnlichen Titel verwendet die neue Satellitenmesse Prospect Cologne, die zum ersten Mal stattfindet, teils mit Galerien, die ebenfalls auf der Art Cologne anzutreffen sind. Daniel Hug findet das gut – es bereichere die Kölner Kunstszene, meint er cool.