Affordable Art Fair Berlin

Kleine Preise, große Kunst

Kunst für den schmalen Geldbeutel: Die Affordable Art Fair macht auch in diesem Jahr wieder Halt in Berlin und rückt mit ihrem Rahmenprogramm verstärkt das Sammeln von Kunst in den Fokus

Von Lilly Hahn
17.04.2026

Die Affordable Art Fair, 1999 gegründet, macht zum dritten Mal Station in Berlin: In der Arena Berlin präsentieren 65 nationale und internationale Galerien ihre Programme, darunter auch 16 Positionen aus der lokalen Berliner Kunstszene. Gezeigt werden zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Plastik, Druck und Fotografie.

Das Ziel der Messe ist es, Kunst für mehr Menschen zugänglich zu machen, und setzt daher auf ein niedrigschwelliges Preisintervall. Alle ausgestellten Werke kosten zwischen 100 und 10.000 Euro – eben „affordable“, zumindest für den Kunstmarkt. Den Schnäppchenjägerinnen und -jägern wird es leicht gemacht: Werke unter 500 Euro und unter 1.000 Euro sind jeweils mit pinken Punkten markiert. Für diejenigen, die gar nicht erst lange nach erschwinglichen Stücken suchen möchten, gibt es eine graue Wand, bestückt mit Kunst, die ausschließlich für unter 1.000 Euro zu haben ist.

Neu in diesem Jahr ist, dass der Fokus nicht nur auf dem Kunsterwerb liegt, sondern auch auf dem Kunstsammeln: So wird beispielsweise ein Leitfaden für Einsteigerinnen und Einsteiger geboten.

Neben den teilnehmenden Galerien gibt es auch in diesem Jahr wieder die Sonderausstellung „Emerging Artists“, bei der junge Kunstschaffende den Raum bekommen, ihre Werke zu zeigen. In diesem April präsentieren drei Berliner Künstlerinnen, Bella Bram, Solveig Schmid und Özcan Ertek, ihre Arbeiten unter dem Titel „Resonante Zustände – Raum, Körper und Wahrnehmung im Übergang“. Kuratiert wurde die Schau von der Messemanagerin Hannah Weber-Heidenfels. Die Newcomer-Ausstellung überzeugt, wie die Messe selbst, durch ihre Vielfalt und verbindet Soundinstallationen mit Malerei sowie Mixed-Media-Arbeiten.

Das große Krabbeln: Einige der skulpturalen Assemblagen von Bella Bram sind von der Erscheinung von Insekten inspiriert; Fühler, Wimpern oder Insektenbeinchen lassen sich wiederfinden. Ihr Werk „Facettenauge“, das aus Metall und Baumwollstoff besteht, macht diese Anspielung besonders deutlich und verweist zugleich auf die materielle Vielseitigkeit der Künstlerin. Bei der Affordable Art Fair sind mehrere Arbeiten ihrer Werkgruppe „Schwärmen“ zu sehen, in der zwei Bedeutungsebenen ineinandergreifen: das Schwärmen als kollektive Bewegung etwa bei Insekten und als Ausdruck intensiver Begeisterung.

Bella Bram „schwärmen“, 2023. © Piotr Bialoglowicz
Bella Bram „schwärmen“, 2023. © Piotr Bialoglowicz

Solveig Schmids großformatige Gemälde lassen sich als malerisch-objekthafte Arbeiten beschreiben, die räumliche und atmosphärische Andeutungen erzeugen, ohne sich in klare Erzählungen zu fügen. Durch den Einsatz von Lasuren und unterschiedlichen Farbschichten entstehen Nuancen, Dichte und Durchlässigkeit, sodass Oberfläche und Tiefe sich überlagern.

Solveig Schmid, „drone“, 2026. © Solveig Schmid
Solveig Schmid, „drone“, 2026. © Solveig Schmid

Özcan Erteks klang- und bewegungsbasierte Installationen aktivieren den Raum als sensiblen Resonanzkörper, in dem sich technologische Systeme, menschliche Interaktion und Wahrnehmung gegenseitig beeinflussen. Im Rahmen der Ausstellung präsentiert Ertek die interaktive Performance „Future Visioning: AI Turkish Coffee Reading“. Die in der türkischen Kultur tief verankerte Praxis des Kaffeesatzlesens verbindet er dabei mit KI-Technologie. Die Besuchenden können entscheiden, ob sie ihre Deutung einem Menschen oder einer künstlichen Intelligenz anvertrauen und werden so spielerisch dazu angeregt, über Vertrauen, Intuition und die Rolle von KI nachzudenken. Die Performance findet am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 15 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr innerhalb der Emerging-Artists-Ausstellung statt.

Doch das ist nicht die einzige interaktive Arbeit: Gleich vor dem Eingang empfängt ein 23 Quadratmeter großes, mit Wasser geflutetes Pool Painting des Berliner Künstlers Christian „Kera“ Hinz die Besucherinnen und Besucher vor den Toren der Halle – und lädt diese ein, sich in das kühle Nass zu begeben.

Service

MESSE

Affordable Art Fair Berlin,

16 . bis 19. April,

Arena Berlin

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