20.02.2019 Gerd Presler

Art Karlsruhe: Vielfalt für alle

Die Art Karlsruhe deckt über 120 Jahre Kunstgeschichte ab: 208 Galerien aus 16 Ländern bespielen eine weite, zugleich überschaubare Bühne von der klassischen Moderne bis zur aktuellen Szene.

 

Was bisher galt, bleibt auch für die 16. Ausgabe der Art Karlsruhe erklärtes Ziel: Man möchte in Deutschlands Südwesten eine international orientierte Messe mit einem Angebot haben, das nicht im unbezahlbaren Exklusivbereich glänzt. Vielmehr findet der kluge, vorsichtige Sammler hier jene Arbeiten, nach denen er vielleicht schon lange suchte. Dazu gehören qualitätsvolle Einzelstücke und Entdeckungen in einem frischen, unverbrauchten Spektrum guter Kunst aus jüngerer Vergangenheit bis hin zu Exempeln sprudelnd innovativer Gegenwart.

Traditioneller Fokus auf Skulptur

Insgesamt deckt die Art Karlsruhe über 120 Jahre Kunstgeschichte ab. 208 Galerien aus 16 Ländern bespielen eine weite, zugleich überschaubare Bühne von der klassischen Moderne bis zur aktuellen Szene. Ihr Angebot umfasst Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen sowie Installationen und Videos. Einen Fokus legt die Messe zudem traditionell auf Skulpturen, denen auch diesmal knapp zwei Dutzend herausgehobene Plätze in den Gängen vorbehalten sind. So bieten sich „dem Besucher alle Chancen, sich zu orientieren und Neues zu sehen, um dann abzuwägen und entschlossen zuzugreifen“, so der Leiter und Kurator der Messe, Ewald Karl Schrade, selbst ein erfahrener Kunsthändler.

Miriam Cahn,
Miriam Cahn, "träumen", Galerie Meyer-Riegger, Foto: Meyer Riegger

Der Weg über die Messe zeigt die Vielfalt des Angebots

Den Auftakt macht Halle 1, wo sämtliche Galerien originale Druckgrafik renommierter Künstlerinnen und Künstler in kleiner Auflage zeigen können. Dazu Fotokunst vom Akt über Architektur, Porträts und Landschaften bis zur Reportage. Die Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart entfaltet sich in Halle 2 im Angebot internationaler Händler wie Gimpel & Müller aus Paris, der Galerie Cortina (Barcelona) oder Georg Nothelfer aus Berlin, wo Arbeiten von Pierre Alechinsky, Eduardo Chillida, Rolf Iseli oder Walter Stöhrer zu sehen sind.

Emil Nolde, Gelbe, rote und violette Blumen (Sommerblumen), um 1930, Galerie Schwarzer
Emil Nolde, Gelbe, rote und violette Blumen (Sommerblumen), um 1930, Galerie Schwarzer

Zu den Höhepunkten der Messe zählt die klassische Moderne. Hier offerieren Galerien wie Thole Rotermund, Ludor oder Schwarzer und der Londoner Händler Gilden’s Art Arbeiten unter anderem von Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel. Das Kunstkontor Dr. Doris Möllers zeigt Bilder der großartigen neusachlichen Malerin Alice Sommer, während die Stuttgarter Galerie Valentien auftrumpft mit Arbeiten von Max Ernst, Willi Baumeister und Horst Antes, der auch in seinem achtzigsten Lebensjahr nichts von seiner furiosen Schaffenskraft eingebüßt hat. Was sich künstlerisch derzeit in China, in Polen, Lettland und Deutschland tut, vermitteln Galerien, die sich in der Halle 4 versammeln.

Monica Bonvicini erhält Hans-Platschek-Preis

Zum zwölften Mal wird während der Messe der Hans-Platschek-Preis für Kunst und Schrift vergeben – diesmal an die in Berlin lebende Künstlerin Monica Bonvicini für ihr „das Verhältnis von Architektur, Geschlechterrollen, Kontrolle und Macht“ reflektierendes Werk.

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Art Karlsruhe
Messe Karlsruhe
21. bis 24. Februar

Dieser Beitrag erschien in

Weltkunst Nr. 153/2019