09.05.2020 Weltkunst Redaktion

Virtuell ins Museum – Teil 8

In der Coronakrise verstärken die Museen ihre digitalen Angebote. Unsere Serie stellt Ausstellungshäuser vor, die gemäß dem Hashtag #MuseumFromHome zum virtuellen Kunstgenuss einladen. Teil 8: von der New Yorker Frick Collection bis zum Kunsthistorischen Museum Wien

Frick Collection in New York

Auf unbestimmte Zeit bleibt das Reisen unmöglich. Deshalb begrüßt uns Xavier F. Salomon, einer der Kuratoren der Frick Collection, der sonst für Forschung, Museumbesuche und Vorträge um die Welt reist, per Video in seinem eigenen Wohnzimmer. Von dort nimmt er uns jede Woche mit auf eine virtuelle Reise zu Museen auf der ganzen Welt, die auf die eine oder andere Weise mit der Frick Collection verbunden sind. Auch das New Yorker Museum selbst lässt sich online besuchen, denn ein 360°-Rundgang führt durch die Residenz des Gründers Henry Clay Frick. In das Interieur des Herrenhauses aus dem goldenen Zeitalter fügen sich die alten Meister der Sammlung europäischer Kunst gekonnt ein. Außerdem serviert die Serie „Cocktails with a Curator” freitags zur Happy Hour Einblicke in ein Kunstwerk und das dazu passende Cocktailrezept.

Kunsthaus Zürich

„Dein Speichel ist mein Taucheranzug im Ozean des Schmerzes“. Diesen Titel trug die große Retrospektive der Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist am Kunsthaus Zürich 2016. In der Ausstellung drängten sich alte und neue Arbeiten, sodass die Projektionen und Installationen zu einem bunten und nachdenklichen Gesamtkunstwerk zusammenflossen. Die Athmosphäre dieses Ausstellungserlebnisses ist in einer ungewöhnlichen 360°-Dokumentation eingefangen. Noch mehr Videokunst macht das Museum auf seinem Youtube-Kanal zugänglich. Hier kann man neu erworbene Werke in voller Länge sehen. Daneben stellt ein Digitorial die immersiven Installationen des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson vor.

Im Studio Olafur Eliasson: Test für eine neue Installationsarbeit, 2019, die das Kunsthaus Zürich online vorstellt (Foto: Alcuin Stevenson / Studio Olafur Eliasson, © 2019 Olafur Eliasson)
Im Studio Olafur Eliasson: Test für eine neue Installationsarbeit, 2019, die das Kunsthaus Zürich online vorstellt (Foto: Alcuin Stevenson / Studio Olafur Eliasson, © 2019 Olafur Eliasson)

Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk

Auf dem Louisiana Channel, der Videoplattform des Louisiana Museum of Modern Art im dänischen Humlebæk, kommen zahlreiche Kunstschaffende zu Wort. Fortlaufend werden Gespräche mit Akteuren aus Kunst, Literatur, Musik, Architektur und Design veröffentlicht und geben sehr persönliche und vielfältige Einblicke in deren Denken und Arbeiten. Darunter gibt Kiki Smith Ratschläge an die Junge Generation, Bildhauerin Alicja Kwade spricht über Schwerkraft und auch auf Pipilotti Rist trifft man wieder – bei einer Führung durch ihr Atelier. Zudem fängt ein Beitrag sechs unterschiedliche, künstlerische Perspektiven auf die Anziehungskraft des Weltraums ein.

Kunsthistorisches Museum Wien

Für eine große Retrospektive von Pieter Bruegel dem Älteren im letzten Jahr ließ das Kunsthistorische Museum zwölf seiner Gemälde restaurieren. Dabei entstanden Makrofotografien, Röntgen- und Infrarotaufnahmen der Landschaften, Bauernszenen und Wimmelbilder des niederländischen Malers. Sein Gemälde „Jäger im Schnee” ist das wohl bekannteste Winterbild der Kunstgeschichte und wird von Generaldirektorin Sabine Haag in der Videoreihe „100 Meisterwerke” vorgestellt. Zusätzlich erzählt Magda Woitzuck in einem Hörspiel die Geschichte der gemalten Figuren aus Sicht einer Elster. Der Fiction-Podcast ist Teil einer Serie, die in Zusammenarbeit mit dem Ö1 entstand.

Hier geht’s zum Teil 7 unserer Serie.

Das Kunsthistorische Museum Wien, Foto: ©KHM-Museumsverband
Das Kunsthistorische Museum Wien, Foto: ©KHM-Museumsverband