31.05.2019 Weltkunst Redaktion

Nicht verpassen: 4 Ausstellungen im Juni

Dora Maar in Paris, Modetrends aus Afrika in Berlin und Künstler der Arte povera in Liechtenstein. Diese Ausstellungen sollten Sie sich im Juni ansehen.

Connecting Afro Futures
Kunstgewerbemuseum, Berlin, 21. Juni bis 29. September

Die heißesten Mode- und Frisurentrends kommen heute aus Afrika! Innovative Brands wie Lamula Nassuna aus Uganda/London erobern Berlin.

Lamula Nassuna, Foto: Magic Owen
Lamula Nassuna, Foto: Magic Owen

Dora Maar
Centre Pompidou, Paris, 5. Juni bis 29. Juli

„Wer war Dora Maar?“, fragt das Centre Pompidou in Paris. Na, jedenfalls war sie viel mehr als die vierte Muse von Picasso, die der Maler in seiner Fiesheit häufig als kubistische Heulsuse porträtierte. Bevor sie 1936 Picasso traf, liebte Maar Georges Bataille, parlierte mit André Breton und wetteiferte mit Brassaï. Fotografisch wechselte sie zwischen sozial engagierten Aufnahmen von Outsidern und avantgardistischeren Bildern, die sie fest im Kreis der Surrealisten etablierten. Auf wirklich elegante Weise abgedreht wirkt zum Beispiel ihre Fotomontage von 1935, bei der zwei Finger einer Hand ein Paar winziger Frauenbeine im Himmel über einer Seine-Brücke festhalten: Paris als magischer Ort!

Prozesse und Aktionen in der Arte povera
Kunstmuseum Liechtenstein, 7. Juni bis 1. September

Mit dem Selbstauslöser schoss der italienische Künstler Giovanni Anselmo 1971 dieses Foto, das ihn beim Wegrennen von der Kamera zeigt. Der treffend formulierte Werktitel „Entrare nell’opera (Entering the Work)“ dient als Überschrift einer Ausstellung mit Künstlern der Arte povera wie Eliseo Mattiacci oder Emilio Prini, die mit ihren „armen“ Materialien gerne auch performativ umgingen. Zur Finissage am 1. September findet ein Gespräch mit dem Künstler Michelangelo Pistoletto statt.

Giovanni Anselmo, „Entrare nell’opera (Entering the Work)“, 1971, Foto: Fondation Louis Vuitton, Paris
Giovanni Anselmo, „Entrare nell’opera (Entering the Work)“, 1971, Foto: Fondation Louis Vuitton, Paris

Helmut Dirnaichner & Martin Willing
Museum im Kulturspeicher, Würzburg, 1. Juni bis 27. Juli

Archaisch wirken die Werke von Helmut Dirnaichner in ihrer kraftvollen Faktizität. Ob der Münchner Künstler nun den Stein roh behaut oder Erde und Mineralien mühevoll zu Pigmenten zerreibt, die federleichte Zelluloseformen bunt einfärben. Der Bildhauer Martin Willing aus Köln biegt dagegen Aluminium- oder Titanbänder zu filigranen und leicht schwingenden Skulpturen, die von Außerirdischen herangebeamt scheinen. So entsteht ein Dialog von Tradition und Fortschritt.

Service

Weitere Termine im Juni 2019

Messen

Art Basel
13.–16. Juni

Masterpiece, London
27. Juni–3. Juli

Art Bodensee
29.–30. Juni

Dieser Beitrag erschien in

Weltkunst Nr. 152/2019