01.11.2018 Weltkunst Redaktion

Nicht verpassen: 4 Ausstellungen im November

Von Liotard bis Laserstein: Im kommenden Monat erwarten Sie großartige Kunstereignisse

Die Welt zu Gast auf der Cologne Fine Art
Köln, Messegelände, 22. bis 25. November

Köln ist immer eine Messe wert. Nicht nur im April zur Art Cologne, sondern genauso im November, wenn die Cologne Fine Art vorführt, dass man im Rheinland auch die alte Kunst und qualitätvolle Antiquitäten zu zelebrieren weiß. In eleganter Atmosphäre treffen hier die Epochen aufeinander: ostasiatische Keramik, gotische Skulpturen, höfische Rokokomöbel, afrikanische Kunst bis hin zu Werken der klassischen Moderne und den Bildern des Lokalmatadors Gerhard Richter.

Ein Pionier in Pastell
Dresden, Zwinger, bis 6. Januar 2019

Jean-Ètienne Liotard verzauberte das 18. Jahrhundert nicht nur mit Miniaturen in Pastellkreide, auch sein Auftreten traf den Geschmack der Zeit: Mit Bart und Turban wirkte er wie ein türkischer Prinz. Berühmt wurde Liotard aber nicht mit einem Adelsporträt, sondern dem Bildnis eines Hausangestellten. Sein „Schokoladenmädchen“ entzückte August III. so sehr, dass er das Werk für seine Dresdner Sammlung erwarb.

Jean-Etienne Liotard, Selbstbildnis in türkischer Tracht, 1744/45, Pastell auf Papier; Gemäldegalerie Alte Meister, Foto: Jürgen Karpinski/SKD
Jean-Etienne Liotard, Selbstbildnis in türkischer Tracht, 1744/45, Pastell auf Papier; Gemäldegalerie Alte Meister, Foto: Jürgen Karpinski/SKD

Lotte Laserstein – Von Angesicht zu Angesicht
Frankfurt, Städel Museum, bis 17. März 2019

Im Berlin der Weimarer Republik prägte Lotte Laserstein das Bild der „Neuen Frau“: Sie selbst galt als so emanzipiert wie die Modelle, die sie mit einer Mischung aus Neuer Sachlichkeit und Sensibilität ins Bild setzte. Vor ihrer Emigration nach Schweden hielt sie Großstädterinnen mit derselben Eindrücklichkeit fest wie Kinder, in deren unsicheren Gesichtern man meint, die ungewisse Zukunft Deutschlands lesen zu können.

Sinnlich und Übersinnlich
München, Lenbachhaus/Kunstbau, 6. November bis 10. März 2019

Spukte der Geist der Abstraktion schon im 19. Jahrhundert durch die Malerei? Werke von Georgiana Houghton (1814–1884) wie „The Flower of Helen Butler“ von 1861 (o.) scheinen das zu bestätigen. Andererseits schuf Houghton sie bei Séancen, in denen angeblich die Seelen der Toten ihre Hände leiteten. Die Schau „Weltempfänger“ stellt dazu die okkultistisch interessierte Abstraktions-Pionierin Hilma af Klint und die malende Heilpraktikerin Emma Kunz vor.