30.11.2018 Weltkunst Redaktion

Nicht verpassen: 4 Ausstellungen im Dezember

Die Novembergruppe in Berlin und De Stijl in Wiesbaden. Wir freuen uns auf diese Ausstellungen im Dezember.

Tanz der Radikalen

Berlin, Berlinische Galerie, bis 11. März 2019

Hannah Höchs Collagen, George Grosz’ Satiren auf „Die Stützen der Gesellschaft“, Oswald Herzogs programmatisch das Leben umarmende Skulptur „Genießen“ (1920), Bruno Tauts hochmoderne Hufeisensiedlung in Britz oder Erich Mendelsohns Einsteinturm für Potsdam: War Berlin jemals wieder so radikal erfindungsreich wie zu Zeiten der „Novembergruppe“ – jener lockeren Vereinigung von über 470 Kreativen, die zwischen der Novemberrevolution 1918 und der Machtergreifung der Nazis Tausende von Meistwerken schufen? Die Antwort ist einfach. Sie lautet: „Nein!“

Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921, Foto: Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande
Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921, Foto: Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande

De-Stijl-Ikone

Museum Wiesbaden, bis 17. Februar 2019

Eine Mühle ist eine Mühle ist eine … Nun ja: Wer in dieser Schau Piet Mondrians Sprung von der naturalistischen Landschaftsmalerei zur geometrischen Kunst miterlebt, der muss an einfachen Wahrheiten zweifeln. Denn plötzlich meint er, auch in der „Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau“ (1921) ein paar Windmühlenflügel zu entdecken.

Das Bauhaus und die Fotografie

Düsseldorf, NRW-Forum, 7. Dezember bis 10. März 2019

Am Bauhaus wurde die Fotografie unter László Moholy-Nagy als experimentelle Spielwiese neu erfunden: Mit innovativen Fotomontagen lösten er und seine Schüler das Medium vom malerischen Realitätsanspruch und schufen en passant eine eigenständige Ästhetik. Ausgehend von ihren kreativen Impulsen untersucht die Schau im Vorfeld des Bauhausjubiläums 2019, auf welche Weise die revolutionäre Fotografie der Ära Gegenwartskünstler wie Viviane Sassen bis heute beeinflusst.

Koloman Moser

Wien, Museum für Angewandte Kunst, 19. Dezember bis 22. April 2019

Als „Tausendkünstler“ pries einst der Schriftsteller Hermann Bahr den ­Wiener Gestalter Koloman Moser (1868–1918). Wohl wahr: Ohne Mosers zahllose Bücher, Plakate, Haushaltsgegenstände, Möbel und ­Interieurs wäre unsere Vorstellung vom Jugendstil heute sehr viel ärmer.  Für die Würdigung anlässlich seines hundertsten Todesjahrs räumt das MAK die Schatzkammer mit dem Archiv der Wiener Werkstätte aus und organisiert mit rund 600 Exponaten eine umfassende Überblicksausstellung.