06.12.2017 Weltkunst Redaktion

Chaïm Soutine: Menschen im Hotel

In seinen Bildern arbeitete sich Chaïm Soutine an der Welt des Dienstpersonals ab: Seine Gemälde von Köchen und Zimmermädchen zeigt die Courtauld Gallery noch bis 21. Januar.

Bevor Chaïm Soutine im Paris der Zwanzigerjahre ein gefeierter Maler wurde, verdiente er sich als Kofferträger ein paar Groschen dazu. In seinen Bildern arbeitete er sich später an der Welt des Dienstpersonals ab: Seine aufwühlenden Gemälde von Köchen, Zimmermädchen und Pagen zeigt die Londoner Courtauld Gallery noch bis 21. Januar.

Chaïm Soutine, Bellboy, 1925, Foto: © Courtauld Gallery, Centre Georges Pompidou
Chaïm Soutine, Bellboy, 1925, Foto: © Courtauld Gallery, Centre Georges Pompidou

Soutine widmet sich in diesen Porträts nicht so sehr den Eigenheiten seiner Modelle, sondern vielmehr ihrer sozialen Rolle. Wachten die Bediensteten im 19. Jahrhundert vor allem in aristokratischen Haushalten, wechselten sie Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Arbeitsumfeld: Plötzlich schufteten sie in Luxushotels und Restaurants, wo sie nicht mehr den Landadel, sondern den neuen Geldadel bedienen mussten. Auch wenn sich die Dienstschaft in seinen Bildern nicht gegen die herrschende Klasse auflehnt, wirken seine Leinwände wie Schlachtfelder. Soutine lässt ihre Körper aus den Uniformen quellen und modelliert die verzerrten Gesichter so, als hätte sie jemand zu Brei geschlagen.

Chaïm Soutine, The Valet (Le Valet de chambre), 1927, Foto: © Courtauld Gallery

Service

Ausstellung

Soutine’s Portraits: Cooks, Waiters & Bellboys
Bis 21. Januar
The Courtauld Gallery, London