16.05.2019 Lisa Zeitz

Kaninchen aus Stahl

Ein Rekordpreis für das Werk eines lebenden Künstlers: Jeff Koons‘ „Rabbit“ hat bei Christie’s in New York 91 Millionen Dollar erzielt

Auf Hochglanz poliert und auf  50 bis 70 Millionen Dollar geschätzt, ging am Mittwochabend Jeff Koons‘ Stahlskulptur „Rabbit“ aus dem Jahr 1986 bei Christie’s im New Yorker Rockefeller Center an den Start. Die Schätzung orientierte sich an einer anderen, weitaus größeren Skulptur des Künstlers, die vor einigen Jahren im selben Haus für den Rekordpreis von 52 Millionen zugeschlagen wurde: „Balloon Dog (Orange)“. Doch sein „Rabbit“ machte jetzt noch viel größere Sprünge und landete schließlich mit Aufgeld bei 91,075,000 Dollar, womit der letzte Rekord für einen lebenden Künstler, David Hockney, knapp überrundet ist. In der Hitparade der teuersten Künstler der Gegenwart steht Jeff Koons jetzt wieder an der Spitze.

Woher und wohin

„Rabbit“stammt aus der Sammlung des legendären, vor zwei Jahren verstorbenen Verlegers S.I. Newhouse. Der deutsche Kunsthändler Tobias Meyer, einst Star-Auktionator bei Sotheby’s, betreut seinen hochkarätigen Nachlass und hat nun sechs Lose bei Christie’s eingeliefert, darunter auch das Stilleben von Cézanne, das am Tag zuvor knapp 60 Millionen Dollar eingespielt hatte. Den Zuschlag für „Rabbit“ bekam – wohl für einen Kunden, mit der er telefonierte – der Kunsthändler Robert Mnuchin. Er ist ein Veteran der New Yorker Kunstszene und Vater des amtierenden Finanzminister der USA. 

Jeff Koons (b. 1955) Rabbit stainless steel, 104.1 x 48.3 x 30.5 cm, executed in 1986. © Christie’s Ltd. 2019
Jeff Koons (b. 1955) Rabbit stainless steel, 104.1 x 48.3 x 30.5 cm, executed in 1986. © Christie’s Ltd. 2019