16.06.2017 Christof Habres

Gustostückerl des Design im Dorotheum

Das Traditionshaus bietet in zwei Auktionen am 20. Juni Designstücke aus verschiedenen Schulen

In den vergangenen Jahren hat das internationale Interesse an den einzelnen Spielarten des Designs signifikant zugenommen. Das Interesse beweist sich nicht nur bei erfolgreichen Messe- und Eventformaten, wie der Messe Design Miami/Basel oder der Vienna Design Week, sondern auch bei Auktionen im Wiener Dorotheum. Seit einiger Zeit organisiert die langjährige Design-Expertin des Hauses, Gerti Draxler, Auktionen, die auf reges Interesse im europäischen Umfeld stoßen. Die Nachfrage und der finanzielle Erfolg machen es möglich, dass im Juni zwei Auktionen zu dem Bereich zusammengestellt wurden. Die eine Auktion „Design“, von Neuzugang Mathias Harnisch, ebenfalls ein profunder Kenner der Materie, kuratiert, richtet sich mit hoher Qualität im niedrigeren Preisbereich an Einsteiger. Darunter finden sich unter anderem Stücke des jungen österreichischen Designers Philipp Aduatz.

Für den Hauptakt „Design First“ zeichnet Draxler verantwortlich, und es ist ihr gelungen, ein überaus vielfältiges Programm zusammenzustellen. Die Vielfalt reicht von dem kosmischen wie exklusiven Sitzobjekt „Apollo 12“ von Danilo Silvestrin aus dem Jahr 1969 (Taxe 35.000 bis 45.000 Euro) bis zu den konstruktivistischen „Moonsoon“-Stühlen mit Schaffell der Stararchitektin Zaha Hadid aus den Jahren 1989/1990 (Taxe 40.000 bis 60.000 Euro). Zwei Gustostückerl zeitgenössischen Designs kommen von einem britischen Jungstar der internationalen Szene: Michael Young. Der „Youhutseymatic Table“ aus Marmor und Steinen, mit Richard Hutten und Jerszy Seymour entworfen, vereint aktuelles Design mit einer Spur Ironie (Taxe 30.000 bis 40.000 Euro).

Service

Abbildung:

Stühle, „Moonsoon“, Zaha Hadid, Schaffell, 1989/1990 (Abb.: Dorotheum, Wien)

Auktion:

Dorotheum
Wien
20. Juni

Dieser Beitrag erschien in:

WELTKUNST Nr. 130/2017