22.05.2017 Ute Strimmer

Privatsammlung von Münchner Schule bei Ketterer

Ein süddeutscher Sammler hatte sich auf Kunst vor allem der Münchner Schule des 19. Jahrhunderts konzentriert, jetzt sind rund 30 seiner Werke bei Ketterer in der Auktion 

Was ein süddeutscher Sammler über Jahrzehnte zusammengetragen hat, wird im Rahmen der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ bei Ketterer versteigert. In der Passage mit rund 30 Werken sind vor allem bedeutende Künstler der Münchner Schule und illustre Namen der österreichischen Kunst vertreten. Ein Höhepunkt ist Ferdinand Georg Waldmüllers Gemälde „Ein alter Invalide mit Kindern“ von 1827 (Taxe 100.000 Euro). Der Wiener Künstler, zu dessen Kunden das österreichische Kaiserhaus, die Königin von England sowie die Fürsten Liechtenstein und Esterhazy zählten, galt damals als der brillanteste Porträtist der Donaumetropole. Von dem Münchner Lokalmatador Franz Stuck, geboren 1863 im niederbayerischen Tettenweis, 1906 zum Ritter geadelt, stammen zwei mit jeweils 80.000 Euro angesetzte Gemälde: „Aschenbrödel“ von 1899 und „Susanna im Bade“ von 1913. Ebenfalls zum Aufruf kommen ein halbes Dutzend Arbeiten Franz von Defreggers. Der umjubelte Maler, 1835 als Sohn Tiroler Bergbauern geboren, hatte in München den Adelsbrief empfangen. Sein 1909 entstandenes Ölgemälde „Die Zitherspielerin“ ist auf 20.000 Euro geschätzt. Außerdem mit in der Offerte: Arbeiten von Rudolf von Alt, Carl Jutz d. Ä., Eduard Schleich d. Ä, Adolf Stademann und Joseph Wopfner. Neben der Sonderauktion wird das Angebot im Bereich der Kunst des
19. Jh. von Werken Friedrich Kallmorgens („Der Taufgang“, Taxe 15.000 Euro) und Edward Theodore Comptons („Ansicht der Marmolata“, 12.000 Euro) ergänzt.

Service

Abbildung

Franz von Stuck, „Aschenbrödel“, Öl/Holz, 1899, 49,1 x 42,3cm (Foto: Ketterer, Hamburg)

Auktion

Ketterer
München
24. Mai

Dieser Beitrag erschien in

WELTKUNST Nr. 129/2017