Die Positions Art Fair feiert mit der Berlin Art Week deren 15-jähriges Bestehen. Ein besonderer Schwerpunkt der Messe liegt in diesem Herbst auf auf Galerien aus der Türkei
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03.09.2026
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Erschienen in
Kunst und Auktionen Nr. 14/26
„Die Positions ist zurück“, sagt Kristian Jarmuschek selbstbewusst und meint damit nicht bloß den Zeitpunkt der jährlichen Kunstmesse, die seit 2014 als Teil der Berlin Art Week stattfindet. Tatsächlich zieht die aktuelle Ausgabe auch in jene beiden Hangars im ehemaligen Flughafen Tempelhof zurück, die die Positions 2025 wegen Sanierungsarbeiten nicht anmieten konnte.
Als Konsequenz gab es vergangenes Jahr keinen Zugang zu den beliebten Außenflächen des Areals, wo neben dem gastronomischen Programm auch Außenskulpturen zu finden sind. Außerdem schrumpfte der Platz, sodass sich die Messe auf 75 Teilnehmer beschränken musste. Nun bietet sie erneut Raum für 86 Galerien in, laut Messedirektor Jarmuschek, „komplizierten Zeiten“. Zwei abgesagte Kunstmessen in Wien während der vergangenen Monate dokumentieren eindringlich, wie schwierig es für Galerien momentan ist. Auf der Positions findet man mit Design in künstlerisch inszeniertem Rahmen deshalb ein neues Segment, das das Angebot noch einmal erweitert. Die Fashion Positions als „Dialog zwischen Kunst und Mode“, die Berliner Designerinnen und Designern eine Plattform gibt, hat es vorgemacht. Sie ist schon länger in die Messe für moderne und zeitgenössische Kunst integriert.
Ein Schwerpunkt der aktuellen Positions liegt auf in der Türkei ansässigen Galerien; von dort reisen unter anderem Sanatorium, Ambidexter und Anna Laudel an. Aus Halle an der Saale kommt Paul Scherzer mit Papierarbeiten von Linda Grüneberg, deren Spannung aus einer Kombination regelmäßiger Systeme und ihrer Störung resultiert. Die Zürcher Galerie Bildhalle ist auf Fotografie spezialisiert, die Galerie FeldbuschWiesnerRudolph aus Berlin eigentlich auf Malerei: Doch diesmal hängen neben Bildern von Paul Pretzer auch die sehenswerten Aufnahmen von Albert Scopin.
Der deutsche Künstler hielt sich Ende der 1960er-Jahre eine Zeit lang im legendären Chelsea Hotel in New York auf und fotografierte seine Mitbewohner: Patti Smith, Andy Warhol, Wim Wenders, Robert Mapplethorpe oder Rosa von Praunheim.
Galerien aus der Hauptstadt sind in den Hangars traditionell stark vertreten und schlagen mit 28 Teilnehmern eine Brücke zur Berlin Art Week. Hier muss man allerdings dieses wie nächstes Jahr auf jeweils 300.000 Euro verzichten, die Sarah Wedl-Wilson gestrichen hat. Die Berliner Kultursenatorin ist seit April 2026 schon wieder Geschichte, die Art Week geht dagegen ins 15. Jahr – und feiert ihr Jubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen.
Neben Institutionen wie dem Gropius Bau, dem Georg Kolbe Museum oder der Berlinischen Galerie gestalten einzelne Protagonisten das Programm. Etwa Galeristin Anahita Sadighi, die im Haus der Visionäre am Spreeufer ein „Soft Power“-Festival als interdisziplinäres Format realisiert. In den Räumen von Lempertz eröffnet eine Soloschau mit Karol Bethke, im Reethaus in Berlin-Lichtenberg gibt es von Hans Ulrich Obrist und Ben Vickers kuratierte Soundinstallationen, und die DRK Kliniken Berlin Westend zeigen mit der chinesischen Multimediakünstlerin Lu Yang, dass Kunst im Krankenhaus mehr sein kann als ein paar vergilbte Reproduktionen. Der Neue Berliner Kunstverein reflektiert „Projektionen auf den Osten“, die Künstlerin Sophia Süßmilch bringt im Theater HAU Kreative aller Sparten zusammen. Und wie immer trifft man sich im Berlin Art Week Garten, der diesmal am zentralen Kulturforum platziert ist.
9. bis 13. September;
Flughafen Tempelhof, Hangar 5/6
10. bis 13. September