Weniger Amerikaner und mehr Spannung: Die weltweit größte Kunstmesse in Basel startet Millionenverkäufen – und einer neuen Initiative, bei der Gemälde absichtlich unter Verschluss gehalten werden
Von
19.06.2026
Die Art Basel ist mit einem starken Verkaufsauftakt gestartet – und mit der Frage, wie viel Überraschung im globalisierten Kunstmarkt überhaupt noch möglich ist. Bereits in den ersten Stunden der bis zum Sonntag dauernden Schweizer Kunstmesse wurden Werke im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar gehandelt. Zugleich testet die Messe in diesem Jahr eine neue Initiative, die auf mehr Exklusivität in den ersten beiden VIP-Tagen setzt.
Zu den Verkäufern zählen namhafte Galerien wie Hauser & Wirth, Thaddaeus Ropac und David Zwirner. Angeführt wurden die frühen Verkäufe von Arbeiten Pablo Picassos. Ein Gemälde Picassos aus dem Jahr 1963 wurde laut Messeangaben von Hauser & Wirth für rund 35 Millionen Dollar (etwa 32 Millionen Euro) verkauft.
Mit „Basel Exclusive“ will die Messe den Moment der ersten Entdeckung zurück auf die Art Basel holen. Statt Vorab-Sichtungen wurden mehr als 190 Galerien dazu bewegt, ausgewählte Spitzenwerke bis zur VIP-Eröffnung unter Verschluss zu halten. Erst beim Vernissage-Tag am Dienstag durften Sammler Arbeiten von Künstlern wie Gerhard Richter, Andy Warhol, Pierre Huyghe oder Henry Moore erstmals sehen.
Das Geschäft lief bei vielen Galerien früh an. Der österreichische Kunsthändler Ropac spricht von „starken Verkäufen“ bei Künstlern wie Pierre Soulages, Georg Baselitz und Lucio Fontana, die im sechsstelligen Bereich gehandelt wurden.
Gleichzeitig beschreibt er eine auffällige Veränderung im Publikum: „Die Amerikaner sind in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben und orientieren sich stärker in Richtung Paris, wo es seit 2022 die Art Basel Paris gibt“, sagte Ropac der Deutschen Presse-Agentur. Auch asiatische Sammler seien kaum vertreten, stattdessen kauften vor allem europäische Käufer aktiv. Die Qualität der Werke überzeuge weiterhin, zugleich stoße die neue Initiative der Messe auf Zustimmung, so Ropac. (dpa)