Bei den Herbstauktionen waren mal wieder Rekorde gepurzelt. Jetzt wollen die New Yorker Auktionshäuser bei den Frühjahrsauktionen nachlegen – und fahren große Sammlungen auf
Von
12.05.2026
Jahrelang lebte die im Januar gestorbene US-Galeristin Marian Goodman in einer Wohnung mit Blick auf die Skyline von Manhattan – eingerahmt von Werken des deutschen Malers Gerhard Richter. Jetzt sollen die Gemälde versteigert werden – als eines der Highlights der diesjährigen traditionellen Frühjahrsauktionen in der Millionenmetropole.
Dieses Frühjahr finden die Auktionen bei Sotheby’s hauptsächlich zwischen dem 13. und 16. Mai statt, bei Christie’s dann zwischen dem 18. und 22. Mai.
Das 1982 entstandene Werk „Kerze“ könnte nach Schätzungen von Experten des Auktionshauses Christie’s bis zu 50 Millionen Dollar (etwa 42 Millionen Euro) bringen, das 1995 entstandene „Mohn“ um die 15 Millionen. Der Auktionsrekord für ein Bild des 94 Jahre alten Künstlers stammt aus dem Jahr 2015, als sein „Abstraktes Bild“ aus dem Jahr 1986 in London für umgerechnet etwa 41 Millionen Euro versteigert wurde.
In New York könnten in den kommenden Tagen für andere Angebote allerdings noch deutlich höhere Preise erzielt werden – wenn, so die Hoffnung der Auktionshäuser, die zuletzt trotz weltweiter Kriege und Krisen etwas aufgeheiterte Stimmung am Kunstmarkt anhält: So bietet das Auktionshaus Sotheby’s beispielsweise ein Werk von Mark Rothko (1903–1970) aus dem Jahr 1957 – „Towering Brown and Blacks in Reds“, das bis zu 100 Millionen Dollar einbringen könnte. Es war mehr als zwei Jahrzehnte lang in der Sammlung des im Dezember gestorbenen Investment-Bankers Robert Mnuchin, Vater des früheren US-Finanzministers Steven Mnuchin.
Das Auktionshaus Christie’s hat neben den Richter-Bildern aus der Goodman-Sammlung auch noch einige Werke aus der Kollektion des 2017 gestorbenen Verlegers S. I. Newhouse im Angebot – darunter eine Skulptur von Constantin Brâncuși und ein Gemälde von Jackson Pollock, die beide auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt werden. Zudem steht noch ein weiteres Rothko-Werk, diesmal aus der Sammlung der im September gestorbenen Sammlerin Agnes Gund, auf der Auktionsliste, das rund 80 Millionen Dollar bringen könnte.
Die vorhergegangen Herbstauktionen dürften aber in Sachen Rekorde nicht übertroffen werden: Dabei wurde im November ein Gemälde des österreichischen Malers Gustav Klimt (1862–1918) für 236,4 Millionen Dollar versteigert – und damit zum zweitteuersten je bei einer Auktion verkauften Werk der Kunstgeschichte. Zudem wurde ein Gemälde der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954) für 54,7 Millionen Dollar versteigert – und damit zum teuersten je bei einer Auktion verkauften Werk einer Frau. Star der Herbstauktionen war aber eine voll funktionsfähige Toilette aus 18-karätigem Gold des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan, die einen Preis von 12,1 Millionen Dollar erzielte. (Christina Horsten, dpa)