Das römische Stadttor ist rund um den Globus bekannt. Jetzt wird es für die nächsten Jahrzehnte frisch gemacht. Was Laser damit zu tun haben
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16.03.2026
Es ist eine historische Reinigungsaktion: Die Porta Nigra wird saubergemacht. Über Jahrzehnte haben sich Verschmutzungen aus der Umwelt auf dem einst römischen Stadttor abgelagert. Und diese Verkrustungen müssen weg, um das weltweit bekannte Bauwerk vor weiteren Schäden zu bewahren. „Wir reduzieren die Schmutzkrusten, um den Steinen wieder die Möglichkeit zum Atmen zu geben“, sagt Restaurator Walter Hartleitner.
Vorneweg: Das „Schwarze Tor“ (Porta Nigra) bleibt schwarz. „Diese dunkle Verfärbung ist ein ganz wichtiges Charakteristikum der Porta Nigra. Daran ändert sich auch nichts“, sagt Historiker und Archäologe Karl-Uwe Mahler, der als wissenschaftlicher Referent der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz und für Triers Römerbauten zuständig ist.
Im ersten Schritt steht die Sanierung der Südfassade des knapp 1.900 Jahre alten Bauwerks an. Hoch geht es mit einem Gerüstaufzug. In rund zehn Metern Höhe kommt Lasertechnik zum Einsatz, mit der die oberste Schicht der Krusten schonend abgetragen wird. Restaurator Ulrich Bauer-Bornemann sendet mit der Laserpistole einen starken Lichtstrahl auf die zu reinigende Stelle am Stein.
„Die Lichtenergie bewirkt eine schockartige Erwärmung“, sagt er. Schlagartig zerfallen der Schmutz und Ruß: Es entsteht Dampf und ein feiner Staub, der in die Luft geht. Die vorher dunkelschwarze Fläche ist jetzt bräunlich schwarz. „Der darunter liegende Sandstein bleibt bei den Arbeiten unberührt.“ Für einen Quadratmeter braucht er ein bis zwei Stunden. Die Fassade umfasst 2.000 Quadratmeter.
Allein die Sanierung der zur Fußgängerzone zugewandten Südfassade soll bis Ende 2027 dauern. Später soll auch die Nordfassade gereinigt werden – die Gelder dafür muss das Land noch bewilligen. Die Kosten der aktuellen Sanierung belaufen sich auf rund eine Million Euro, wie der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) Rheinland-Pfalz mitteilt. Die letzte Restaurierung gab es Anfang der 1970er Jahre.
Die Porta Nigra, die um 170 nach Christus entstand, ist laut Mahler das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Den Namen „Schwarzes Tor“ bekam das Bauwerk erst im Mittelalter. Gebaut wurde es aus gelblich-grauen Sandsteinen, wie Experte Mahler erklärt. Durch natürliche Prozesse kam es mit der Zeit zur Verfärbung. Der Grund: Das Eisenoxid in dem Stein reagiert mit Wasser und führt zu „Verschwärzungen“. (dpa)