Was geschieht, wenn Künstler*innen aufbrechen – in eine Welt, die sie so noch nie gesehen haben? „Licht wird Farbe“ widmet sich der Tunesienreise von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky (1904/05) sowie der von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet (1914). Das Licht Nordafrikas veränderte ihre Kunst. Macke schuf in wenigen Wochen eine Folge leuchtender Aquarelle; Klee erlebte in Kairouan einen Wendepunkt: „Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Münters Fotografien eröffnen zugleich einen präzisen Blick auf das Tunesien der Jahrhundertwende. Die Werke zeigen, wie Licht, Ornamentik und Architektur den Weg in die Abstraktion wiesen. Zugleich fragt die Ausstellung kritisch nach dem europäischen Blick auf Nordafrika im kolonialen Kontext.
August Macke: „Markt in Tunis“, 1914. © Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Franz Marc Museum; Foto: Erik Dreyer