Als »Kunstmaler« ist Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) den meisten unbekannt; heute liebt man ihn eher als gewitzten Wortakrobaten und umtriebigen Kabarettisten der Weimarer Republik. Während Ringelnatz’ Geschichten vom Seemann Kuttel Daddeldu oder die bissig-satirischen Turngedichte längst Kultcharakter haben, sind seine Bildwelten im kollektiven Gedächtnis verblasst – Zeit also, die Erinnerung an den Kunstmaler Ringelnatz aufzufrischen! Wiederzuentdecken sind empathisch getönte Bilder von Menschen und Tieren, eingeklemmt zwischen kleinen Tücken des Daseins und überwältigenden Großwetterlagen, erdverhaftet und mit hochfliegenden Träumen. Ringelnatz verbindet Stilelemente der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus mit einer Prise Romantik zu einer eigenwilligen Mixtur – der laute Vortragskünstler gibt sich in seinen Gemälden als leiser Melancholiker mit zartem Witz. Das Ernst Barlach Haus präsentiert rund vierzig seiner Werke in Zusammenarbeit mit dem Joachim-Ringelnatz-Museum Cuxhaven und dem Buchheim Museum Bernried. Die reichen Cuxhavener Beständen werden ergänzt durch wichtige Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen.
© Joachim Ringelnatz: „Fasching im Schnee“, 1926, Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven, Dauerleihgabe aus Privatbesitz
MATARE-AUSSTELLUNG
Bis 11.10.