Vertrauen wirkt als unsichtbare und verbindende Kraft in persönlichen Beziehungen ebenso wie in gesamtgesellschaftlichen Kontexten. In einer Zeit, in der soziale und systemische Gewissheiten zunehmend infrage gestellt werden, widmet sich die Ausstellung der Untersuchung dieses fragilen Phänomens durch die Perspektive der bildenden Kunst. Der Fokus der Ausstellung liegt auf den spezifischen künstlerischen Strategien, mit denen Vertrauen thematisiert, eingefordert oder kritisch hinterfragt wird. „Longing for Trust“ versammelt Werke internationaler Künstler*innen seit den späten 1950er-Jahren, um ein Nachdenken über das Vertrauen, seine Voraussetzungen, Implikationen und Erscheinungsformen zu provozieren und dem gleichsam allgegenwärtigen und doch so spezifischen Begriff auf die Spur zu kommen. Die Kunst fungiert hierbei als Seismograf. Sie macht die Voraussetzungen und Brüche von Vertrauensverhältnissen erfahrbar, sei es im intimen Dialog zwischen Werk und Betrachter*in oder in der Auseinandersetzung mit politischen Macht- und Kontrollsystemen. Mit Werken von Abramović & Ulay, Cristiana Cott Negoescu, Alice Creischer, Thomas Demand, Gauri Gill, Hans Haacke, Paul Ramirez Jonas, Martin Kippenberger, Koizumi Meiro, Lee Mingwei, Yoko Ono, Trevor Paglen, Julia Scher, Shimabuku, Andreas Siekmann, Rajesh Vangad.
Richard Paul Lohse
bis 11.10.2026
50 Jahre Quadrat
bis 8.11.2026