Helge Leiberg, der ewig leichtfüßig durchs Leben tänzelnde Maler, fährt nunmehr zweigleisig, hält stark dagegen. Bekannt für seine extrovertierten Figuren, meist auf Zehenspitzen in großer Geste schwelgend, frohsinnig bis friedlich dem Rhythmus der Blechbläser am Rande folgend, wird der gebürtige Dresdner heute ernst, ja, nahezu theatralisch. Parallel zu seinen expressiven Lebenskünstlern, Sinnbilder für Freiheit und Befreiung, fährt Leiberg, 1984 aus der DDR zwangsausgebürgert hinüber nach West-Berlin, inzwischen schwere Geschütze auf: Das Auseinanderdriften der globalisierten Welt ist damit gemeint, eine Zweiklassengesellschaft, ein System, nahe am Rande des Abgrunds.Die aktuelle Ausstellung von Helge Leiberg in der Galerie Noah zeigt neue Malerei, Zeichnung und Bronze-Plastik. Die figurativen Arbeiten kontrastieren, besser, zeigen Konsequenzen auf, gemahnen, ohne rabenschwarz zu malen, feiern Freude, Liebe und Lust und erinnern immerzu an den Moment, an Vergänglichkeit, die Vanitas.
Helge Leiberg, „after date“, 2024, Acryl auf Leinwand, 140 x 160 cm.