Mecklenburg 3. Tag

Von Kummerow zur Konzert-Kirche St. Marien

Das Schloss in Kummerow beherbergt die fotografische Sammlung Torsten Kunert, über Stationen der Literatur geht es in die Kapelle St. Marien, die seit 2001 Konzerte bietet

Immer mehr Seen sehen, an die 1000, das kann man an der Seenplatte. Auch das Dorf Kummerow hat einen und zudem ein Schloss. Ins noch mörtelfrische Gebäude ist gerade die aufregende fotografische Sammlung des Berliners Torsten Kunert eingezogen. Der morbide Charme des Gemäuers blieb bewahrt und ist als Stilmittel für die Ausstellung von Werken Candida Höfers, Andreas Gurskys oder Thomas Demands eingesetzt. Da das Haus am Ufer des Kummerower Sees liegt, verlockt es, die Badehose aus­zupacken. Nach der Erfrischung kann man noch den 1000 Jahre alten Ivenacker Eichen einen Besuch abstatten, die gerade zum ersten Nationalen Naturmonument gekürt wurden. Oder dem Star der plattdeutschen Sprache im Fritz-Reuter-Literaturmuseum in seinem Geburtsort Stavenhagen sowie dem Hans-Fallada-Haus in Carwitz.

Schmucktore der alten Handelsstadt Neubrandenburg

Der nächste Halt ist Neubrandenburg am Tollensesee. Die alte Handelsstadt punktet mit der fast geschlossenen mittelalterlichen Stadtmauer. Auf zwei Kilometern kann man die Altstadt umrunden, in einem der 25 Wiekhäuser, „Wiekhaus 45“, eine Pause bei guter Hausmannkost einlegen und schließlich die vier Schmucktore bewundern. Beim Stargarder von 1310 und dem Neuen Tor von 1450 zwinkern einem aus den Giebelnischen engelsgleiche Terrakottafiguren, sogenannte Adorantinnen, freundlich zu. 

Konzertkirche St. Marien in Neubrandenburg (Foto: VZN/Hinz)
Konzertkirche St. Marien in Neubrandenburg (Foto: VZN/Hinz)

Vom Stargarder Tor aus ist man in wenigen Minuten an der aufregenden Backsteinkirche St. Marien. 1945 von einem Feuerinferno zerstört und 2001 in eine Konzertkirche umgewandelt, ist sie ein Erlebnis in Akustik und Atmosphäre. Am 27. August könnte ein Konzert den Abschluss der Reise bilden, wenn im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Daniel Hope sein Vivaldi-Projekt erklingen lässt. Ist gerade kein Konzert, schaut man einfach in der nahen Kunstsammlung vorbei, die sich auf DDR-Malerei spezialisiert hat. 

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