100 Euro ausgegeben – und plötzlich Besitzer eines Picassos im Millionenwert sein. Ein Pariser hat bei einer Benefiz-Tombola das große Los gezogen. Doch ins Wohnzimmer kommt das Bild vorerst nicht
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15.04.2026
Ein Los, ein Zufallstreffer – und plötzlich ist man Besitzer eines Kunstwerks im Wert von 1,45 Millionen Euro: Ein 58 Jahre alter Vertriebsingenieur aus Paris hat bei der internationalen Tombola „Ein Picasso für 100 Euro“ das große Los gezogen. Sein Gewinn: „Tête de femme“, ein Porträt von Dora Maar, gemalt 1941 während des Zweiten Weltkriegs.
Die Verlosung fand im Pariser Auktionshaus Christie’s statt. 120.000 Lose waren verkauft worden – innerhalb von weniger als vier Monaten und in 152 Ländern. Der Erlös: rund 12 Millionen Euro für die Alzheimer-Forschung.
So spektakulär der Gewinn klingt, so kompliziert ist der Umgang damit. Denn einfach über dem Sofa aufhängen wird der Gewinner seinen Picasso wohl nicht können. Aus Sicherheits- und Versicherungsgründen bleibt das Werk zunächst im Depot von Christie’s.
Solche Auflagen sind bei hochpreisiger Kunst üblich: Transport, Lagerung und Versicherung sind extrem aufwendig und kostspielig. Auch bei früheren Benefiz-Tombolas zeigte sich dieses Muster bereits – mehrere zuvor verloste Picasso-Werke wurden ebenfalls im Depot von Christie’s eingelagert.
Der neue Besitzer hat mehrere Möglichkeiten: Er könnte das Werk weiterverkaufen – vermutlich mit erheblichem Gewinn. Allerdings ist das kein einfacher Privatverkauf. Denn Werke dieser Größenordnung werden fast immer über große Auktionshäuser wie Christie’s oder Sotheby’s gehandelt, unter strengen Sicherheits-, Versicherungs- und Prüfauflagen.
Er könnte es als Wertanlage behalten, jedoch mit laufenden Kosten. Oder er leiht es an ein Museum aus – was Prestige bringt, aber keine direkten Einnahmen. (dpa)