Bild des Tages

Wanderdünen auf Umwegen

In der Sonderschau „Willkommen zu Hause“ zeigt die Gemäldegalerie Alte Meister drei Bilder, die einst im Krieg verloren gingen und nun nach Dresden zurückgekehrt sind

Von WELTKUNST Redaktion
08.01.2024

Nach einer Romreise in den 1640er-Jahren spezialisierte sich der Amsterdamer Künstler Jan Baptist Weenix auf italienische Szenen. Hundert Jahre später wurde eine seiner „Campagna-Landschaften“ für die Königliche Gemäldesammlung in Dresden erworben. Dieses stimmungsvolle Dünenbild kam 1937 als Leihgabe nach Chemnitz, wurde während des Krieges im Erzgebirge ausgelagert und wanderte nach Kriegsende wohl in die Wohnung eines russischen Generals. Von dort aus gelangte es über inoffizielle Wege in die USA und in die Niederlande. Hier wurde Willem Jan Hoogsteder, Kunsthändler in Den Haag, auf den Dresdner Kriegsverlust aufmerksam. Er kaufte den Besitzern das Werk ab – und schenkte es Ende Oktober vergangenen Jahres den Kunstsammlungen Dresden. Jetzt ist das Bild hier mit zwei weiteren Rückkehrern in der kleinen Sonderschau „Willkommen zu Hause“ zu sehen. Eine Charakterstudie des Barockmalers Balthasar Denner war im deutschen Kunsthandel aufgetaucht, Vincenzo Spisanellis Gemälde „Ruhe auf der Flucht“ in einer dänischen Privatsammlung.

Übrigens: Die drei zurückgekehrten Gemälde sind noch bis zum 1. September 2024 im Semperbau am Zwinger zu sehen.

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