26.05.2020 WELTKUNST Redaktion

Zukunftsträume: Die neue Weltkunst ist da

In der Juni-Ausgabe der WELTKUNST widmen wir uns dem Traum von einem besseren Leben in der Kunst, tauchen ein in die Welt der chinesischen Ritualbronzen und zeigen, wie wichtig die „Brücke“-Maler ihre Bilderrahmen nahmen

 

In allen Epochen hat die Kunst Wunschbilder eines besseren Lebens hervorgebracht. Strahlende Götterlandschaften der Antike, ein sexuell-libertärer Garten der Lüste, verlorene Paradiese in der Südsee oder eine dynamische Jugend beim Aufbau einer neuen Gesellschaft – die Bandbreite der imaginierten Sehnsüchte ist groß. Wir unternehmen in unserer Titelgeschichte einen Streifzug durch die großen und kleinen Utopien der Kunst, die sich heute mehr denn je um die Natur und die Rettung des Planeten drehen. 

Kunst und Utopie von Antoine Watteau bis Olafur Eliasson in der Juni-Ausgabe der WELTKUNST (Copyright: Gerardo Dottori/Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea, Rom/Ministero per i beni e le attività culturali/ullstein bild)
Kunst und Utopie von Antoine Watteau bis Olafur Eliasson in der Juni-Ausgabe der WELTKUNST (Copyright: Gerardo Dottori/Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea, Rom/Ministero per i beni e le attività culturali/ullstein bild)

Chinesische Ritualbronzen aus der Zeit der frühesten Herrscherdynastien gehören zum Besten, was der Antiquitätenmarkt zu bieten hat. Unser Autor Thomas E. Schmidt hat diese Königsdisziplin des Sammelns ausführlich beleuchtet und resümiert: „Wenn es etwas gibt, das für Chinesen eine starke Verpflichtung auf Geschichte und Tradition symbolisiert, dann sind es diese archaischen Ritualgefäße. Sie waren und sind für sie bis heute Zeugnisse einer besseren, größeren Zeit.“

Das Li-Ding, späte Shang- oder frühe Zhou-Zeit, wurde bei Van Ham für 6000 Euro zugeschlagen – ein Schnäppchen (Copyright: Van Ham, Köln)
Das Li-Ding, späte Shang- oder frühe Zhou-Zeit, wurde bei Van Ham für 6000 Euro zugeschlagen – ein Schnäppchen (Copyright: Van Ham, Köln)

Keine andere Künstlergemeinschaft hat sich intensiver mit der ästhetischen Einheit von Bild und Rahmen auseinandergesetzt als die Maler der „Brücke“. Sie schufen zwischen 1905 und 1913 in Dresden und Berlin nicht nur die expressivste Kunst ihrer Zeit, sondern ließen auch die traditionellen Bildabgrenzungen daran teilhaben. Das geriet später in Vergessenheit, oft wurden die Originalrahmen durch dekorativere ersetzt. Ein Buch und eine Ausstellung haben nun die Intention der „Brücke“-Künstler wieder in Erinnerung gebracht.

Der gelernte Möbelschnitzer Emil Nolde gestaltete seine Rahmen häufig selbst. Für »Mutter und Kind« (1914) wählte er ein stilisiertes, barock anmutendes Blattornament (Copyright: Nolde Stiftung Seebüll)
Der gelernte Möbelschnitzer Emil Nolde gestaltete seine Rahmen häufig selbst. Für »Mutter und Kind« (1914) wählte er ein stilisiertes, barock anmutendes Blattornament (Copyright: Nolde Stiftung Seebüll)

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WELTKUNST Nr. 172