07.08.2017 Lisa Zeitz

Zum Tod des Museumsmanns Martin Roth

Am 6. August ist Martin Roth nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben.

Sein Tod ist ein großer Verlust für die Museumswelt: Der gebürtige Stuttgarter Martin Roth gehörte zu Deutschlands profiliertesten Museumdirektoren. Von 1991 bis 2001 leitete der in Tübingen promovierte Kulturwissenschaftler das Deutsche Hygiene-Museums Dresden, war zusätzlich von 1995 bis 2003 Chef des Deutschen Museumsbundes, stand von 2001 bis 2011 als Generaldirektor an der Spitze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und war anschließend der erste Deutsche an der Spitze eines großen britischen Museums. Das Victoria and Albert Museum erzielte unter seiner Führung mit spektakulären Ausstellungen wie 2013 zu David Bowie oder 2015 dem Modedesigner Alexander McQueen Besucherrekorde. 2016 erhielt es die Auszeichnung «Art Fund Prize Museum of the Year»t. Nicht zuletzt der Brexit, den er auch als „persönliche Niederlage“ erlebte, bewog Martin Roth zur Rückkehr nach Deutschland. Erst vor kurzem hatte Roth seine neue Stelle als Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA) angetreten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters nannte Roth «eine der markantesten und auch streitbarsten Persönlichkeiten» der deutschen und internationalen Museumswelt. «Seine Rolle in der Kultur verstand Martin Roth immer auch als politische Intervention». Als Kulturmanager mit Format und Kanten werde er fehlen.