Kunsthandel

"Die Menschen haben Lust, wieder Kunst zu erleben"

Die Highlights in der Münchner Residenz könnte im Herbst eine der ersten Kunstmessen sein, die wieder stattfinden. Ein Gespräch mit Geschäftsführerin Juana Schwan über Messen im Boutique-Format, Online-Rooms und positive Zeichen

Von Christiane Meixner
19.05.2020

Frau Schwan, eigentlich käme die Highlights 2020 jetzt auf Touren: Im Mai melden sich die Kunsthändler sonst immer für Münchens wichtigste Kunst- und Antiquitätenmesse an. Dieses Jahr ist nun alles anders…

Die Residenz am Hofgarten steht uns im Herbst wie in den vergangenen Jahren zur Verfügung. Es fehlt aber noch die Planungssicherheit. Seit Beginn der Corona-Pandemie halten wir mit den Teilnehmern der Highlights Kontakt, fragen sie, wie es ihnen geht und informieren sie über den Stand der Dinge. Das offizielle „go“ wäre ein wichtiger Impuls. Wir haben den Anspruch, eine der schönsten Messen Deutschlands zu veranstalten, und in diesem Jahr müssen wir gewissen Auflagen zum Schutz der Besucher und Aussteller entsprechen. Das braucht viel Vorbereitung.

Die Münchner Messe wäre eine der ersten, die nach dem Lockdown wieder stattfindet.

Es würde auch in jeder Beziehung ein positives Zeichen setzen. Kunsthändler machen nach wie vor den größten Teil ihres Umsatzes auf Messen – vor allem unsere Händler für qualitativ hochwertige Antiquitäten. In diesem Jahr ist so vieles ausgefallen, was ihnen sonst als Plattform dient. Es braucht unbedingt einen Ort, um wieder sichtbar zu sein und um den persönlichen Kontakt zu pflegen.

Juana Schwan prägt seit acht Jahren die Münchner Kunstmesse Highlights mit (Copyright: Michael Aust)
Juana Schwan prägt seit acht Jahren die Münchner Kunstmesse Highlights mit (Copyright: Michael Aust)

Wie sieht es mit den durch Corona bedingten Vorsichtmaßnahmen aus, die im Oktober sicher noch zu beachten sind?

Als Messe im Boutiqueformat sind wir flexibel und haben dementsprechend gute Voraussetzungen, um Vorgaben schnell und gut umzusetzen. Die Highlights wurden von Kunsthändlern für Kunsthändler gegründet, es gibt keine Messegesellschaft mit kommerziellem Druck im Hintergrund. Ich bin mir sicher, dass alle Verordnungen auf der Messe umgesetzt werden können, was etwa Abstände, Besucherströme, Zeitfenster oder VIP-Eröffnungen im kleinen Rahmen anbelangt.

Glauben Sie, dass das Publikum im Herbst wieder strömt?

Ich nehme jetzt schon wahr, dass die Menschen Lust darauf haben, wieder Kunst zu sehen und zu erleben. Die kommenden Monate nutzen wir außerdem, um eine neue Art von Messeerlebnis vorzubereiten. Flankierend für die Highlights sind Online-Viewing-Rooms geplant: ein erster im Sommer, der andere kurz vor Eröffnung. Auch das wird für Aufmerksamkeit sorgen.

Die Highlights in der Münchner Residenz gehört zu den ersten Adressen für Antiquitäten in Deutschland (Copyright: Mark Niedermann)
Die Highlights in der Münchner Residenz gehört zu den ersten Adressen für Antiquitäten in Deutschland (Copyright: Mark Niedermann)

Apropos Aufmerksamkeit: Die Highlights spielen auch im Kulturkalender der Stadt eine wichtige Rolle.

Die Messe ist ein wichtiges Standbein für den Münchner Kunstherbst. Die Highlights wurden vor elf Jahren gegründet, seitdem haben sich immer mehr Veranstaltungen um dieses Ereignis gruppiert. Selbst die Museen stimmen ihre Eröffnungen darauf ab. Wir würden uns dennoch mehr Unterstützung durch die Regierung und die Stadt wünschen. Es liegt in unserem Interesse, als Organisatoren der Messe den Kunsthandel wie auch den Standort zu fördern. Dass man uns dafür lobt, ist sehr schön, aber es bräuchte mehr Anreize und Unterstützung für die Zukunft.

Service

HIGHLIGHTS

Highlights – Internationale Kunstmesse München

21.-25. Oktober (voraussichtl.), Residenz München

munichhighlights.com