03.09.2018 Christiane Meixner

Kunstwerke mit PS

Zur Premiere zeigt die Grand Basel hundert grandiose Fahrzeuge in einer innovativen Messe-Architektur

Was der legendäre Designer und Architekt Gio Ponti entwarf, zählt längst zu den gestalterischen Ikonen des 20. Jahrhunderts, seine Vintage-Möbel werden auch auf Messen hoch gehandelt. Pontis einziges Automodell, der „Linea Diamante“, blieb hingegen eine Studie. Zu radikal, lautete das Urteil seiner Zeit – und tatsächlich wollte er 1953 nichts weniger als die Fahrzeugform revolutionieren.
65 Jahre später nimmt die Idee des Italieners nun Gestalt an. Zur Premiere des exklusiven Automobilsalons Grand Basel lässt sich „Linea Diamante“ als Modell in Originalgröße bewundern. Der immer noch visionäre Entwurf ist dabei in bester Gesellschaft: An die hundert Spitzenfahrzeuge fährt das neue Format in den Baseler Messehallen auf, das sich laut Schweizer MCH Group zu einer „globalen Handelsplattform für automobile Meisterstücke“ entwickeln soll. Verkäuflich ist diesmal nur ein Teil der Exponate. Die übrigen dokumentieren den künftigen Anspruch der Grand Basel als Handelsplatz für die wichtigsten und wertvollsten Automobile der Welt. Unter ihnen sind echte Schönheiten wie der Cisitalia 202 SC: Ein Sportwagen, der ab 1947 in geringer Zahl produziert wurde und dessen Entwurf als derart innovativ und herausragend gilt, dass eine Coupé-Version seit 1951 dauerhaft im New Yorker MoMA steht.

Ein Modell des Cisitalia 202 SC, Highlight auch auf der Grand Basel, steht seit 1951 im MoMA. Foto: Grand Basel / René Staud
Ein Modell des Cisitalia 202 SC, Highlight auch auf der Grand Basel, steht seit 1951 im MoMA. Foto: Grand Basel / René Staud

Wie sehr sich Kunst und Design, Ästhetik und Funktionalität nicht nur im Museum durchdringen, weiß Mark Backé als Direktor der Grand Basel. Das neue, globale Ausstellungsformat reagiere auch auf die hohe Zahl von Kunstsammlern, die sich ebenso für Autos interessierten. „Wir öffnen uns bewusst in Richtung Kunstwelt“, so Backé. Sie wird sich gut aufgehoben fühlen, denn mit ihrem „automobilen Galeriekonzept“ lehnt sich die Grand Basel eng an die Ausstellungsarchitektur internationaler Kunstmessen an: Die Stände nehmen sich zurück, alle Aufmerksamkeit gilt großartigen Fahrzeugen wie einem Lamborghini Miura von 1968 in sattem Orange oder dem edelgrauen Porsche 550 1500 RS Spyder von 1956, wie ihn James Dean fuhr.

Ein Porsche 550 Spyder von 1956, wie ihn James Dean fuhr. Foto: Grand Basel / Paolo Carlini
Ein Porsche 550 Spyder von 1956, wie ihn James Dean fuhr. Foto: Grand Basel / Paolo Carlini

Es sind die Solitäre einer großen automobilen Vergangenheit. Auf der Grand Basel verbindet sich diese Epoche mit einem Blick in die Zukunft, wie sie etwa ein neues Modell von Tesla verkörpert, das frühestens in zwei Jahren auf den Markt kommt und hier zum ersten Mal in Europa gezeigt wird. Auf Mobilität setzt auch der Salon selbst: Dank seiner flexiblen Architektur kann er flexibel reisen und wird dies im kommendem Jahr tun. Ab 2019 begleitet der Grand Salon die Art Basel nach Miami Beach und Hongkong. „Das Umfeld, in dem wir agieren, ist sehr international“, sagt Backé. „Wir wollen die verschiedenen Sammlerszenen erreichen, indem wir zu ihnen gehen.“ Und natürlich soll die Grand Basel ihrem hochkarätigen Publikum als Forum für Austausch und Quelle der Inspiration dienen.

Einer der schnellsten Sportwagen seiner Zeit: Lamborghini Miura von 1968. Foto: Grand Basel / Paul Hammer
Einer der schnellsten Sportwagen seiner Zeit: Lamborghini Miura von 1968. Foto: Grand Basel / Paul Hammer

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Grand Basel
Messe Basel
6. bis 9. September