16.09.2016 Christiane Meixner

Berlin Art Week: kleinere und feinere Messen

Sowohl die „Positions“ wie auch die „ABC“ geben sich im Vergleich zum Vorjahr kompakter – aus verschiedenen Gründen

Kunst in Kojen

Ein erneuter Umzug der Positions Berlin war nicht geplant, viel zu gut lief es vergangenen Herbst in der Treptower Arena. Terminlich bedingt findet Berlins jüngste Messe nun aber im imposanten Postbahnhof am Ostbahnhof statt. 73 Aussteller sind beim dritten Mal dabei, um aktuellste Kunst in klassischer Kojenarchitektur zu zeigen. Wichtig ist den Organisatoren, dem Berliner Galeristen Kristian Jarmuschek und Heinrich Carstens, ein guter Mix aus Newcomern wie der 2015 gegründeten Leipziger Galerie Drei Ringe und etablierten Positionen. Dafür steht die Galerie Zellermayer ebenso wie die ebenfalls in Berlin ansässige We Gallery mit Künstlern wie Gianfranco Baruchello oder Kurt von Bley, der Fotos verfremdet (oben, Foto: WeGallery, Berlin). Auf 40 Jahre Tätigkeit blickt der Kölner Kunsthändler Knut Osper zurück, der unter anderem den Nachlass von Anton Räderscheidt betreut. Die globale Kunstszene ist in den Kojen von Meno Parkas aus Litauen oder Miguel Macaya aus Barcelona vertreten. Beide machen klar, dass die Positions sich vor allem als Plattform für Entdeckungen versteht. Beständigkeit will man bloß räumlich: Ab 2017 soll die Messe fest in Treptow stattfinden.  15.–18.September

Kleiner und feiner

Konzentration ist ein zentrales Thema der Berliner Messe Art Berlin Contemporary. In der schönen Halle des ehemaligen Kreuzberger Postbahnhofs „Station“ stellen diesmal 62 Galerien aus. Das ist ein gutes Drittel weniger als 2015 und markiert ein Ende der Expansion vergangener Jahre. Doch flexibel wollte die ABC immer sein, seit ihren Anfängen 2008 sucht sie nach einem für Berlin passenden Format. Mit der Reduktion auf spannende Galerien, die auf der Messe besondere Projekte zeigen, glaubt ABC-Direktorin Maike Cruse nun eine adäquate Form gefunden zu haben. Das Spektrum reicht von Soloschauen etwa von Laure Prouvost (Galerie Carlier Gebauer), Berta Fischer (Galerie Karin Guenther / Galerie Barbara Weiss) oder den nachgebauten Gewehren eines André Robillard (Galerie Delmes & Zander) über Doppelpräsentationen bis zur Lancierung neuer Kollaborationen: So vertritt die Berliner Galerie König seit jüngstem Erwin Wurm und gibt ihm zur ABC einen großen Auftritt. Teilnehmer wie Athr aus Saudi-Arabien, Ellis King aus Irland oder Häusler Contemporary aus der Schweiz sorgen für Internationalität.  15.–18.September