14.09.2016 Weltkunst

Berlin Art Week: Eröffnungen überall

Der große Tag der Eröffnungen – wir führen Sie in die Berlinische Galerie, die Schering Stiftung und den Me Collectors Room

Heute ist der Tag des Masthuhns, zumindest in der Berlinischen Galerie (Alte Jakobstraße 124-128). Hier eröffnet ab 18 Uhr die Ausstellung des aktuellen Gasag-Kunstpreisträgers Andreas Reiner. Der ehemalige Student von Olafur Eliasson beschäftigt sich mit Themen an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Sein „Monument für die 308“ basiert auf einem Hühnerskelett, das nach dem Tod des Tieres per Computertopograf gescannt und anschließend im 3D-Drucker auf zwanzigfache Größe gebracht wurde. Greiner hat auch den Weg eines anderen Huhns aus der Massentierhaltung, in ein ursprüngliches Hühnerleben fotografisch begleitet und dem eigentlich anonymen Fleischlieferanten mit „Heinrich (totus corpus) Ganzkörperporträt eines Masthahns“ (2015, Abb. oben) ein individuelles Denkmal gesetzt. 

Andreas Reiner,
Andreas Reiner, "Masthuhn (Éléonore) vor einer CT-Röntgenaufnahme in Berlin", 2015, Foto: Andreas Greiner

Yvonne Roebs Skulpturen wirken, als hätte sie Hybride im Labor gezüchtet: eine Krabbe, von der nur blassrosa Beinpaare geblieben sind, Schlangen, die sich selbst verschlingen, und Pferdehaar, das aus einem Tierschädel wächst. Die Schering Stiftung (Unter den Linden 32-34) gibt ihren surrealen Figuren ab heute bis zum 6. November ein vorübergehendes Zuhause.  

 

Federico Herrero, „Blue Mountain“, Foto: Achim Kukulies
Federico Herrero, „Blue Mountain“, Foto: Achim Kukulies

So persönlich wie in „My Abstrakt World“ hat sich Thomas Olbricht bisher selten gezeigt: Die neue Schau in seinem Me Collectors Room (Auguststr. 68) kuratiert der Sammler selbst, indem er 350 Werke von 90 Künstlern aus seinem Besitz auswählt: Man betritt eine private Gefühlswelt, die sich in der Malerei offenbart.  bis 2. April.2017