Bild des Tages

Wim Wenders’ Alter Ego

In der Berliner Galerie Bastian präsentiert der Regisseur Wim Wenders seine 3D-Hommage an den Maler Edward Hopper

Von Simone Sondermann
24.01.2023

Es war schon immer das Einsame, das Seltsame, das Verlorene, das Wim Wenders an Amerika fasziniert. Einige seiner großartigsten Filme sind in den USA entstanden, seit er 1977 auf Einladung von Francis Ford Coppola anfing, in Hollywood zu arbeiten, ohne sich den Gesetzen des Hollywood-Films zu unterwerfen. Schon 1982 hielt er in einem Kurzfilm fest, welch tiefen Einfluss der amerikanische Maler Edward Hopper auf ihn ausübte. Zwei Jahre später erschien mit „Paris, Texas“ einer von Wenders’ bis heute berühmtesten Filmen, gedreht in der texanischen Landschaft und geehrt mit der Goldenen Palme in Cannes. Nun kehrt der Regisseur zurück zu seinem großen Vorbild Hopper, dessen Alltags- und Nachtszenen so filmisch sind wie kaum ein anderes malerisches Werk. Auch weil der Maler selbst tief beeinflusst war von den Filmen seiner Zeit und das europäische wie amerikanische Kino gut kannte. Wenders erzählt typische Hopper-Szenen wie die des alten Tankwarts in 3D-Sequenzen weiter und füllt die Leerstellen, die die Gemälde hinterlassen. Erstmals war diese Hommage in der Fondation Beyeler in Basel zu sehen, jetzt hat sie in Berlin ihre Deutschland-Premiere.

Übrigens: „Two Or Three Things I Know About Edward Hopper“ läuft vom 25. Januar bis 4. März in der Galerie Bastian in Berlin-Dahlem.

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