01.10.2019 Weltkunst Redaktion

Nicht verpassen: 5 Ausstellungen im Oktober

Dürer in Wien, Pierre Cardin in Düsseldorf und Robert Frank in Berlin. Diese Highlights erwarten uns im Oktober.

Afrikanische Keramik
Pinakothek der Moderne, München, 27. September bis 29. März 2020

Herzog Franz von Bayern ist als Mäzen wohlbekannt. Nun übergibt das Oberhaupt der Wittelsbacher eine Kollektion von über 1000 afrikanischen Keramikobjekten als Schenkung und Dauerleihgabe an Die Neue Sammlung. Eine erste Überblicksschau belegt, wie ähnlich das Fremde dem Heimischen bisweilen ist: Das unten gezeigte Exponat ist ein von Azolina MaMncube Ngema im 20. Jahrhundert in Südafrika getöpfertes Biergefäß. Man möchte es sich als formschönes Serienmodell vorstellen – für mehr Multikulti auf dem Oktoberfest!

Azolina MaMncube Ngema, Biergefäß, 20. Jahrhundert, Südafrika / Zulu Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)
Azolina MaMncube Ngema, Biergefäß, 20. Jahrhundert, Südafrika / Zulu Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

Albrecht Dürer
Albertina, Wien, 20. September bis 6. Januar 2020

„Der Flügel einer Blauracke“ – gezeichnet um 1500 oder im Jahr 1512, genau weiß man es nicht. Die Federn schillern in Blau, Gelb. Rot, Braun, Grün. Oder auch „Das große Rasenstück“ (1503), so lebensecht geschaffen, dass man sich nicht wundern würde, wenn ein Käfer herauskrabbelte. Perfekter als der berühmteste deutsche Renaissance-Künstler kann man auch heute nicht zeichnen. Und da man in Wien über den weltweit besten Bestand an Dürer-Blättern verfügt, kann man sich dazu auf Klassiker wie den „Feldhasen“ freuen.

Der Flügel einer Blauracke, um 1500 (oder 1512), Aquarell und Deckfarben, mit Deckweiß gehöht, auf Pergament, Foto: Albertina, Wien
Der Flügel einer Blauracke, um 1500 (oder 1512), Aquarell und Deckfarben, mit Deckweiß gehöht, auf Pergament, Foto: Albertina, Wien

Pierre Cardin
Kunstpalast, Düsseldorf, 19. September bis 5. Januar 2020

Ob man bei der Sonnenbrille „Lunette (1970)“ von Pierre Cardin wirklich an Begriffe wie „Plastizität“ oder „geometrische Formensprache“ denken will – so wie das die Ankündigung des Kunstpalasts tut –, bleibt einem selbst überlassen. Klar ist: Die Einfälle des heute 96-jährigen Modeschöpfers liefern die Inspiration zum kleinen bisschen Ausgeflippheit, das wir im Herbst dringend brauchen.

Robert Frank
C/O Berlin, 13. September bis 30. November

Manche von Robert Franks Fotografien sind einfach zum Weinen schön: Fünf junge, skeptische Frauen mit dickem Lippenstift und Regenmantel blicken 1948 durch die Fensterscheibe eines New Yorker Diners. Darüber die Reklame für Suppe und heiße Schokolade. Die Frühwerk-Schau „Unseen“ zeigt auch bisher unveröffentlichte Aufnahmen des kürzlich verstorbenen Schweizers aus seiner Zeit in Europa.

White Tower, New York 1948 (Detail) © Robert Frank . Courtesy Sammlung Fotostiftung Schweiz, Winterthur und Pace/MacGill Gallery, New York
White Tower, New York 1948 (Detail) © Robert Frank . Courtesy Sammlung Fotostiftung Schweiz, Winterthur und Pace/MacGill Gallery, New York

Service

Weitere Termine im Oktober

Frieze & Frieze Masters, London
2.-6. Oktober

Kunst & Antiquitäten München
12.-20. Oktober

Highlights, München
16.-20. Oktober

ART Salzburg Contemporary & Antiques International
19.-21. Oktober

Dieser Beitrag erschien in

Weltkunst Nr. 152/2019