01.07.2019 Weltkunst Redaktion

Nicht verpassen: 4 Ausstellungen im Juli

Harald Sohlberg in Wiesbaden, Albert Oehlen in St. Gallen und Robert Mapplethorpe in New York. Welche Ausstellungen sich im Juli lohnen, zeigt der Blick in unsere Monatsvorschau.

Albert Oehlen
Kunstmuseum St. Gallen (Lokremise), 6. Juli bis 10. November

Der Begriff „Bad Painting“ ist jetzt schon 40 Jahre alt. Und wer vermeintlich schnodderige Malerei für einfache Arbeit hält, muss nur Albert Oehlen fragen. Der entwarf in den Neunzigern seine Bilder mit viel Mühe auf dem Computer. Auch in seinen neuen Werken wie „Hill and Gully Rider“ (2018) zeigt der 64-Jährige, dass Bad Painting ziemlich gut sein kann.

Das letzte Mahl in Pompeji
Ashmolean Museum, Oxford, 25. Juli bis 12. Januar 2020

Als die Asche aus dem Vesuv im Jahr 79 auf Pompeji niederregnete, wurde das Leben in der römischen Stadt ausgelöscht, aber auch in einer Zeitkapsel bewahrt. Der oft erzählten Geschichte nähert man sich in Oxford originell unter kulinarischem Blickwinkel: Mosaike, Tafelsilber und verkohlte Lebensmittel nähren die Spekulation, was auf dem Tisch stand, als sich die Pompejaner zum letzten Mahl versammelten.

„Skelett mit zwei Weinkrügen (Askoi)“ aus dem Haus der Vestalinnen, Jahr 1–50 n. Chr., Museo Archeologico Nazionale di Napoli
„Skelett mit zwei Weinkrügen (Askoi)“ aus dem Haus der Vestalinnen, Jahr 1–50 n. Chr., Museo Archeologico Nazionale di Napoli

Sohlberg
Museum Wiesbaden, 12. Juli bis 27. Oktober

Eine Umfrage im Radio brachte 1995 das überraschende Ergebnis: Die Norweger wählten nicht etwa ein Bild von Munch zu ihrem Nationalgemälde, sondern Harald Sohlberg machte das Rennen mit seinem Gemälde „Winternacht in Rondane“ (1914): eine Landschaft, in der das Mondlicht auf verschneite Berge fällt, die in allen Blautönen schillern. Ein naturverbundenes Bild, das sich kalt und warm zugleich anfühlt und die norwegische Psyche streichelt. Diese Ikone wurde nun ausgeliehen und stellt mit 59 weiteren Leinwänden einen Maler vor, der bis zu seinem Tod 1935 zwischen Romantik, Symbolismus und Neuer Sachlichkeit schwebte.

Harald Sohlberg, „Winternacht in Rondane“, 1914, Nasjonalmuseet Oslo, Foto: Borre Hostland und Jacques Lathion
Harald Sohlberg, „Winternacht in Rondane“, 1914, Nasjonalmuseet Oslo, Foto: Borre Hostland und Jacques Lathion

Implicit Tensions: Mapplethorpe Now
Guggenheim, New York, 24. Juli bis 5. Januar 2020

Robert Mapplethorpe starb 1989 mit nur 42 Jahren an Aids. Die Sause zum 30. Todestag des künstlerischsten Knackpo-Fotografen des 20. Jahrhunderts beginnt am 25. Januar mit Phase eins, wenn 200 Mapplethorpe-Arbeiten gezeigt werden, darunter frühe Polaroids, Collagen und natürlich seine stilvollen Schwarz-Weiß-Bilder trainierter Körper. Noch interessanter scheint jedoch der zweite Abschnitt des Fests: Dann werden Werke des ausschweifend bisexuellen Beaus neben Arbeiten von zeitgenössischen Fotografen gehängt, die sein künstlerisches Erbe annehmen. Eingeladen sind u. a. Rotimi Fani-Kayode, Lyle Ashton Harris oder Catherine Opie.

Service

Weitere Termine im Juli 2019

Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen
23. Juli–23. August

Dieser Beitrag erschien in

Weltkunst Nr. 152/2019