01.06.2018 Weltkunst Redaktion

Nicht verpassen: 5 Ausstellungen im Juni

Anni Albers in Düsseldorf, Michaelina Wautier in Antwerpen oder James Turrell in Baden-Baden? Welche Ausstellungen Sie im Juni nicht verpassen sollten, verrät der Blick in unsere Monatsvorschau.

Michaelina Wautier
Rubenshuis, Antwerpen, bis 2. September

Zu einer Zeit, als Künstlerinnen Ausnahmeerscheinungen waren, stieg Michaelina Wautier zu einer der gefragtesten Malerinnen Brüssels auf. Sie setzte Genrestücke ebenso mühelos ins Bild wie mythologische Szenen. 1650 verewigte sie sich in ihrem Meisterwerk, dem Bacchanal, selbst. Als Mänade schaut sie dem Betrachter direkt in die Augen.

Made in Denmark
Grassi Museum, Leipzig, 2. Juni bis 7. Oktober

Egal ob Arne Jacobsens Ameisenstühle oder bärige Sessel von Hans J. Wegner – Design „made in Denmark“ hat längst Einzug in Wohnzimmer auf der ganzen Welt gehalten. Welche Kunstströmung die Erfolgsgeschichte der dänischen Gestalter einläutete, wissen jedoch nur wenige. Skønvirke, wie der Jugendstil in Dänemark genannt wurde, ebnete den Weg. Nun widmet man sich endlich den wichtigsten Vertretern jener Strömung.

Anni Albers
K20 Grabbeplatz, Düsseldorf, 9. Juni bis 9. September

Eigentlich wollte Anni Albers Malerin werden, doch am Bauhaus fand sie ihren Platz am Webstuhl. Ihrem Sinn für abstrakte Bildkompositionen hielt sie die Treue, er zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Teppiche und Wandbehänge. Die Technik des Webens, in den Zwanzigerjahren noch immer als Frauensache belächelt, entwickelte sich in ihren Händen zu einem radikalen Medium. Mit ihren Entwürfen befreite sie nicht nur die Handarbeit aus den Nähstuben, sondern auch Künstlerinnen aus den Fußnoten der Geschichte.

Kwab in Holland
Rijksmuseum, Amsterdam, 29. Juni bis 16. September

Im 17. Jahrhundert hatten Kunsthandwerker für ihren Dekor bereits alle erdenklichen Motive durchgespielt. Wappen, Blüten und Früchte zierten den Stuck und die Möbel. Bis die Niederländer ihre Inspiration an ungewöhnlicher Stelle fanden: in der Ohrmuschel. Das Knorpelwerk, in Holland nur „kwab“ genannt, traf den Nerv der Zeit und so breitete sich der knollige Zierrat bald in Europa aus.

James Turrell
Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 9. Juni bis 28. Oktober

Besucher stehen Schlange, um in seine Werke einzutauchen. Die Rauminstallationen von James Turrell vermitteln Erhabenheit, obwohl sie sich aus etwas ganz Alltäglichem zusammensetzen: Licht.

Service

MESSEN

ART BASEL
14.–17. Juni

MASTERPIECE
28. Juni–4. Juli

DIESER BEITRAG ERSCHIEN IN

Weltkunst Nr. 138 / 2017