29.05.2017 Christiane Meixner

Ausstellungshighlights im Juni

Der Kuss in der Kunst im Bröhan-Museum in Berlin und neue Zeichnungen des britischen Künstlers Grayson Perry in der Serpentine in London. Weitere Highlights in unserer Monatsvorschau.

Peter Behrens, Der Kuss, 1898, Farbholzschnitt, Bröhan-Museum, Berlin (Foto: Martin Adam, Berlin)
Peter Behrens, Der Kuss, 1898, Farbholzschnitt, Bröhan-Museum, Berlin (Foto: Martin Adam, Berlin)
Andy Barter, Kiss (David & Fiona), 2012 (Foto: Andy Barter)
Andy Barter, Kiss (David & Fiona), 2012 (Foto: Andy Barter)

Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan
Bröhan Museum, Berlin
15. Juni bis 3. Oktober

Um 1900 war die Kunst vom Kuss geradezu besessen. Ob Jugendstil, Symbolismus oder Décadence: Das Motiv tauchte überall auf und hielt sich weit über den Ersten Weltkrieg, als ihm die Expressionisten neues Leben einhauchten. Das Bröhan-Museum spürt dem Thema durch zwei Jahrhunderte nach und klammert auch die aktuellen gesellschaftlichen Dis- kurse über Feminismus, Psychoanalyse, Sexualität und Körper nicht aus. Gezeigt werden Gemälde und Skulpturen, etwa von Axel Poulsen, aber auch Beispiele aus Fotografie und Film. Die Spanne der Künstler reicht von Peter Behrens über Timm Ulrichs bis zu Andy Barter und Nezaket Ekici.

 

Julius Meier-Graefe und seine Frau Anna geb. Baurath im Pariser Arbeitszimmer, 1898, Fotografie (Foto: Archives & Musée de la Littérature a.s.b.l. Bruxelles)
Julius Meier-Graefe und seine Frau Anna geb. Baurath im Pariser Arbeitszimmer, 1898, Fotografie (Foto: Archives & Musée de la Littérature a.s.b.l. Bruxelles)

Julius Meier-Graefe – Grenzgänger der Künste
Literaturhaus Berlin
10. Juni bis 16. Juli

Anlässlich des 150. Geburtstags von Julius Meier-Graefe feiert das Literaturhaus Berlin diesen bedeutenden deutschen Kunstkritiker und Kunstschriftsteller um 1900. Julius Meier-Graefe schrieb bereits 1904 Bestseller zu Manet und Van Gogh, erkannte früh Ausnahmetalente wie Henry van de Velde und würdigte den zuerst skandalisierten Maler Edvard Munch. Mit großem Engagement, auch jenseits nationaler Grenzen, setzte er sich für die neue angewandte Kunst ein und stand für einen kritischen, aber auch unterhaltsamen Geist der Moderne.

 

Grayson Perry, Skizze zur Ausstellung (Foto: Grayson Perry)
Grayson Perry, Skizze zur Ausstellung (Foto: Grayson Perry)

Grayson Perry
Serpentine Gallery, London
8. Juni bis 7. September

Manche sagen es durch die Blume – Grayson Perry nimmt Vasen oder gewebte Teppiche, um seine Erkenntnisse weiterzutragen. Der Turner-Preisträger von 2003 ist ein Exzentriker mit Vorliebe für Frauenkleider. Und einem Herz für Zweifler wie die Verlierer der britischen Klassengesellschaft. Ihnen widmet er seine Zeichnungen (o. eine Skizze zur Ausstellung), Bücher und Vorlesungen. Zu sehen sind neue Arbeiten des Briten, die die Fallhöhe zwischen Kunst und Alltag ausloten: provokant, humorvoll, erotisch.

 

À Propos de Nice
Musée d’Art Moderne, Nizza
24. Juni bis 15. Oktober

Im Sommer 1947 teilten drei junge Künstler die Welt unter sich auf:
Yves Klein wählte das Himmelsblau, der Poet Claude Pascal die Luft, die Erde fiel an den Bildhauer Arman. So nahmen drei avantgardistische Werke ihren Anfang, die bei der Eröffnung des Centre Pompidou gezeigt wurden. Zu dessen 40-jährigem Jubiläum blickt man in Nizza auf die Eröffnungsschau zurück.

 

Gerhard Richter,
Gerhard Richter, "Vorhang IV" (Foto: David Ertl/Gerhard Richter)

Gerhard Richter
Kunstmuseum Bonn
15. Juni bis 1. Oktober

Große Ausstellungen mit Richters Gemälden gab es in der Vergangenheit zuhauf, in Bonn konzentriert man sich deshalb zum 85. Geburtstag das Malers auf wenige wichtige Werke wie „Vorhang IV“von 1965 (o.). Die Schau „Frühe Gemälde“ versammelt knapp zwanzig Tür-, Vorhang- und Fensterbilder aus den Sechzigerjahren, in denen Richter jedoch bereits sein ganzes Bildkonzept entwickelt. Schon hier zweifelt der Künstler an den Möglichkeiten der Malerei, Realität wiederzugeben: Er bildet Gegenstände ab, verweigert jedoch jede illusionistische Tiefe.

 

Palma Vecchio,
Palma Vecchio, "La Bella", um 1518 (Foto: Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Renaissance Venedig
Museum Thyssen-Bornemisza, Madrid,
20. Juni bis 24. September

Die Lagunenstadt zur Zeit der Renaissance: Gezeigt werden Meisterwerke, unter anderem von Tizian, Tintoretto, Veronese oder Palma Vecchio, der um 1518 das wunderbare Porträt „La Bella“ (o.) schuf. Die Werke aus diversen Museen und Sammlungen zeigen sowohl die Bedeutung der Farbe als auch die Orientierung der Künstler an der realen Natur und den zunehmend freien Umgang mit malerischen Mitteln in der ausgehenden Epoche. Gezeigt werden Landschaften, Bildnisse sowie mythologische und religiöse Themen, die die Entwicklung der venezianischen Kunst nachvollziehbar machen.

Weitere Termine im Juni:

Documenta, Kassel, 10. Juni bis 17. September

Skulptur Projekte Münster, 10. Juni bis 1. Oktober

Art Basel, 15. bis 18. Juni

Masterpiece, London, 29. Juni bis 5. Juli

Bruneaf, Brüssel, 7. bis 11. Juni

Brussels Ancient Art Fair, Brüssel, 7. bis 11. Juni