10.02.2017 Laura Storfner

Was tun zwei Künstlerinnen in Sinaia, Rumänien?

In Speyer waren Barbara Wolff und Katharina Stoever, bekannt unter dem Namen „Peles Empire“, für den Großen Hans-Purrmann-Preis 2017 nominiert und sind noch bis zum 12. März in der Ausstellung zum Wettbewerb vertreten. In unserem Fragebogen sprechen sie aber nicht über Deutschland, sondern stellen ihre rumänische Lieblingsstadt vor.

Kennengelernt haben sich Barbara Wolff und Katharina Stoever beim Studium an der Frankfurter Städelschule, bekannt sind sie heute als Duo unter dem Namen „Peles Empire“. Das Schloss Peleș in den rumänischen Karpaten, das vom Wiener Architekten Wilhelm Doderer für König Carol I. entworfen und 1883 fertiggestellt wurde, lieh ihnen nicht nur den Künstlernamen: In einem Londoner Stadthaus bauten sie die prunkvollen Räume, in denen Renaissance, Barock und Jugendstil verschmelzen, als Trompe-l’Œil aus Farbkopien nach und veranstalteten Salons. Das Verhältnis zwischen Original, Kopie und Illusion bestimmt ihre Installationen noch immer – ihren Ausstellungsraum haben sie im vergangenen Herbst in Neukölln wiedereröffnet. Aktuell sind sie für den Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer nominiert – einen Künstlerpreis, der an nationale sowie internationale Künstler unter 40 Jahren vergeben wird. Von 11. Februar bis 12. März sieht man ihre Arbeiten in einer Gruppenausstellung neben denen der übrigen sechs Finalisten in der Städtischen Galerie. 

Peles Empire, Barbara Stöver, Katharina Wolff (Foto: Trevor Good)

Was ist zurzeit Ihre Lieblingsstadt?
Die kleine Stadt Sinaia in Rumänien, wo sich das Schloss Peleș befindet.

Womit verbringen Sie dort Ihre Zeit?
Fotografieren im und ums Schloss, die Vielfalt der lokalen Straßenhunde bestaunen, im Allgemeinen die Flora und Fauna (Bären und Kolibris!) genießen.

Welches Museum ist ein Muss?
Das Schloss ist heute selbst ein Museum und überzeugt durch seinen Stilmix – zum Beispiel durch die Energiesparlampen in den Kronleuchtern.

Und welche Galerien besuchen Sie dort besonders gerne?
Kommerzielle Galerien sind selten, aber ein Raum im Schloss trägt den besonders schönen Namen »Drunken Room«. Hier hat sich der König immer mit seinem Besuch die Kante gegeben.

Und mit welchem Drink betrinken wir uns?
Hausgebrauter Tuică – ein Schnaps der mittlerweile zum Nationalgetränk geworden ist. Er wird aus verschiedenen Pflaumenarten gewonnen, meistens schwarz gebrannt und auf den Märkten verkauft.

Können Sie uns ein Restaurant empfehlen?
7 Stunden von Sinaia entfernt, auf einer Serpentinenautobahn durch die schönen Karpaten, befindet sich in Cluj-Napoca das Lokal Roata, wo Hausmannskost serviert wird.

Was bestellen wir dort?
Alles! Man muss Sarmale (in Deutschland nennt man sie Krautwickel), Gemüsesuppe, gebratenen Fisch und zum Abschluss unbedingt Papanasi probieren – rumänische Donuts mit Heidelbeeren und Schmand…

Bestes Kino oder Theater?
Findet man auch im Schloss: Zuerst gab es ein Theater, dann, kurz nach Einzug des Königs, einen Kinosaal – es war einer der ersten Europas.

Und wo trinkt man das beste Bier?
Gegenüber vom Schloss Peleș – auf der Terrasse der Gaststätte.

Ein Gebäude in der Stadt, das Sie besonders lieben?
Das Hotel Villa Camelia, nicht weit vom Zentrum entfernt, wurde von einem der Architekten des Peleş-Palasts gebaut. Von hier aus hat man den besten Blick über die Berge und Nadelwälder.

Welcher Flohmarkt ist der beste?
In der Nähe des Schlosses findet man auf einem Parkplatz kleine Marktstände, an denen Kissen in Brustform aus Lammfell verkauft werden – der Busen der Natur!

Was müssen wir über Ihre Lieblingsstadt wissen, um dort wirklich anzukommen?
Die Reise ist das Ziel.

Zum Schluss: Ein Tipp, den wir in keinem Reiseführer finden?
Eine Portion Krautwickel reicht auf jeden Fall für zwei – bloß nicht zu viel Essen bestellen!

Service

Abbildung ganz oben:

Peles Empire, „remnant 2“, Acryl/Lwd., 2016, 136 x 227 x 17 cm (Foto: Trevor Good)

Ausstellung:

Speyer,
Städtische Galerie und Kunstverein, Kulturhof Flachsgasse
Ausstellung zum Wettbewerb um den Großen Hans-Purrmann-Preis 2017, 
11. Februar bis 12. März