17.11.2017 Lisa Zeitz

Weltrekord für Leonardo da Vinci

Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ bei Christie’s in New York den unerhörten Hammerpreis von 400 Millionen Dollar erzielt. Was bedeutet ein solcher Riesenpreis für uns Normalsterbliche?

Leonardo in aller Munde! Was kann man mit dieser Nachricht anfangen, dass gerade ein rund 500 Jahre altes Gemälde bei Christie’s in New York den unerhörten Hammerpreis von 400 Millionen Dollar erzielt hat – mit Aufgeld 450.312.500 Millionen Dollar? Damit ist der bisherige Auktionsrekord von 179.4 Millionen Dollar für Picassos “Femmes d’Alger” bei weitem übertroffen. Nur zum Vergleich: Der gesamte Jahresumsatz von allen deutschen Auktionshäusern mit ihren vielen tausend Losen und von allen deutschen Kunsthändlern und Galerien zusammen wird nur auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt.

Der russische Oligarch Dmitry Rybolovlev hat Leonardo da Vincis “Salvator Mundi” aus der Zeit um 1500 zur Auktion bei Christie’s eingeliefert. Er hatte Yves Bouvier dafür vor vier Jahren 127 Millionen Dollar gezahlt. Bouvier wiederum soll das Gemälde 2013 in einem Private Sale bei Sotheby’s für 80 Millionen gekauft haben. Vor einem halben Jahrhundert hatte das Bild, als es noch nicht Leonardo zugeschrieben war, für nur 45 Pfund den Besitzer gewechselt. Jetzt hat es, inklusive Aufgeld 450,3 Millionen Dollar erzielt.
Der russische Oligarch Dmitry Rybolovlev hat Leonardo da Vincis “Salvator Mundi” aus der Zeit um 1500 zur Auktion bei Christie’s eingeliefert. Er hatte Yves Bouvier dafür vor vier Jahren 127 Millionen Dollar gezahlt. Bouvier wiederum soll das Gemälde 2013 in einem Private Sale bei Sotheby’s für 80 Millionen gekauft haben. Vor einem halben Jahrhundert hatte das Bild, als es noch nicht Leonardo zugeschrieben war, für nur 45 Pfund den Besitzer gewechselt. Jetzt hat es, inklusive Aufgeld 450,3 Millionen Dollar erzielt.

Leonardos Weltenretter, Salvator Mundi, hat einen gewissen rauchigen Schmelz – das für den Künstler typische “Sfumato” –, aber die Oberfläche des Gemäldes ist stark abgerieben und die Autorschaft nicht von allen Experten anerkannt. Trotzdem wurde es höchst erfolgreich als “männliche Mona Lisa” vermarktet und, anstatt mit Alten Meistern, im Umfeld von Warhol in einer Auktion mit zeitgenössischer Kunst versteigert. So hat Christie’s genau auf die potentiellen Kunden abgezielt, denen das viele Geld besonders locker sitzt. Einhundert Millionen Dollar mehr oder weniger scheinen für diese Milliardäre keinen großen Unterschied zu machen.

Sensation, Seltenheit, der Name Leonardo da Vinci

Vermutlich geht es dem Käufer nicht in erster Linie um die italienischen Renaissance, sondern um die Sensation, die Seltenheit, um den Namen Leonardo, und um den spektakulären Preis. Den Hammer, mit dem Jussi Pylkkanen das Los zugeschlagen hat, hatte ich übrigens letztes Jahr auch schon einmal in der Hand, als ich für einen Weltkunst-Artikel mit viel Vergnügen einen Auktionatoren-Crash-Kurs bei Christie’s in London gemacht habe. Schon damals wurde er ehrfürchtig als “Milliarden-Dollar-Hammer” bezeichnet.

Was bedeutet also ein solcher Riesenpreis für uns Normalsterbliche?

Wir können leise lächeln und unsere eigenen fantastischen Meisterwerke besuchen, seien sie von Dürer, Caravaggio oder Maria Sibylla Merian. Die Museen haben heute geöffnet!