01.06.2017 Jan Bykowski

Verdopplungen bei Grisebach

Bei Grisebach hat der „Tiergarten im Winter“ von Max Beckmann mit dem Zuschlag von 1,5 Millionen Euro seine Taxe mehr als verdoppelt. Das gelang bei den „Ausgewählten Werken“ auch weiteren Losen

Mehrere Interessenten haben sich im Saal und an den Leitungen ein konzentriertes Bietergefecht geliefert und damit Max Beckmanns „Tiergarten im Winter“ scheinbar mühelos von 700.000 Euro auf einen Zuschlag von 1,5 Millionen gehoben. Jetzt geht das Gemälde in eine nordamerikanische Privatsammlung. Mit diesem Preis – inclusive Aufgeld sind es 1,8 Millionen Euro –hat das Gemälde von 1937 die Erwartungen an das Toplos der Berliner Frühjahrsauktionen noch deutlich übertroffen. Auch Arbeiten von Max Kaus, dessen „Frauenbildnis (Turu)“ von 35.000 auf 70.000 stieg, und Karl Hofer, dessen „Weg nach Lugano“ von 60.000 auf 125.000 Euro gehoben wurde, gelang eine Verdoppelung ihrer Taxen. Zwei Werke von Horst Antes blieben dagegen im Hause. 

Bereits am Tag zuvor stieg der „Liegende Weibliche Rückenakt“ von Lovis Corinth von geschätzten 200.000 auf 300.000 Euro und wurde damit zum einsamen Spitzenzuschlag der Werke des 19. Jahrhunderts. In der „Orangerie“ fand ein „Männliches Akademisches Aktmodell“ (Abb.) aus Wien von Franz Xaver Seegen, Taxe 100.000 Euro, einen neuen Besitzer in Asien, der für das 163 Zentimeter hohe Stück ein Gebot von 160.000 Euro abgab. 

Service

Abbildung:

Franz Xaver Seegen (1723-1789), Akademisches männliches Aktmodell, Lindenholz, H. 163 cm. (Abb. Grisebach, Berlin)