01.06.2017 Jan Bykowski

Überraschende Zeitgenossen im Dorotheum

Spannend wurde es im ersten Teil der Auktion „Zeitgenössische Kunst“ im Dorotheum nicht nur durch Emilio Vedovas „Tensione“, das einen neuen Rekord für den Künstler einspielte, sondern auch durch Überraschungen für Lucio Fontana

Erwartet hatte das Haus für Emilio Vedovas „Tensione“ 150.000 Euro, der erfolgreiche Bieter musste für die Leinwand  allerdings noch eine halbe Million dazu legen. Erst bei 650.000 Euro reichte das Dorotheum Vedovas Arbeit aus dem Jahr 1956 weiter, eine der ersten, mit der sich der Meister des Informel aus der Geometrie löste und wieder dem Action Painting zuwandte.

Auch Lucio Fontana konnte für Überraschungen Sorgen: Sein auf ebenfalls 150.000 Euro geschätztes „Concetto Spaziale“ von 1960 blieb ohne Zuschlag. Seiner Keramik „Crocifisso“ aber war die Schätzung von nur 60.000 Euro erheblich zu klein. Bis zum Gebot von 230.000 Euro blieben die Bieter für das 33,5 Zentimeter hohe Werk aktiv, ehe der Zuschlag erteilt werden konnte.

Ebenso erwies sich die Taxe von 200.000 Euro für Nicolas de Staëls unbetitelte Komposition von 1950 als zu niedrig. Verkauft wurde die kleine Leinwand erst gegen das Gebot von 330.000 Euro. 

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Abbildung

Emilio Vedova (1919 – 2006), „Tensione“, Öl/Lwd., 1959, 145,5×196 cm (Abb.: Dorotheum, Wien)