18.05.2017 Susanne Lux

Spitzweg bis Campendonk

Karl & Faber spannt in seinen Auktionen vom einen Bogen von Spitzwegs „Scharwache“ bis zu Campendonks „Mädchen mit Katze“

Karl & Faber spannt den Bogen weit: Von den alten Meistern bis zur zeitgenössischen Kunst ist alles vertreten. Mit der Moderne wird Ende des Monats die zeitgenössische Kunst auf­gerufen. Hier besticht ein Acrylgemälde von Katharina Grosse aus dem Jahr 2004 (Taxe 30.000 bis 35.000 Euro). Unter den alten Meistern befindet sich eine neu entdeckte Zeichnung von Vincenzo Dandini aus dem Nachlass von Dr. Carmen Hertz Gräfin von Finckenstein. Die Studie von zwei Engelsköpfen des Florentiners ist auf 1000 Euro taxiert. Eine Besonderheit der Offerte des 19. Jh. ist die „Scharwache“ von Carl Spitzweg (Taxe 100.000 bis 120.000 Euro).

Heinrich Campendonks „Mädchen mit Katze“ fasziniert im Katalog der Moderne durch seine leuchtende Farbigkeit. Das Ölgemälde des Mädchens mit rotem Gesicht, blauen Haaren sowie einer Katze in dunklem Grün ist eines der Hauptlose der Moderneauktion bei Karl & Faber. Das Werk von 1918, das sich ursprünglich im Jenaer Kunstverein befand, soll 600.000 bis 800.000 Euro einbringen. 1985 wurde es schon einmal bei Christie’s versteigert, damals für 100.000 Pfund. Wie die Preise angestiegen sind, zeigen jüngere Ergebnisse: Ein ähnliches Format aus dem gleichen Jahr brachte bei Christie’s 2010 gar 1,35 Mio. Pfund ein. Der Maler, der Mitglied des „Blauen Reiter“ war und später von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingruppiert wurde, fand zu einem eigenen expressionistischen Ausdruck.

Service

Abbildung

Carl Spitzweg, „Die Scharwache“, Öl/Karton, 40,8×13,3 cm (Foto: Karl&Faber)

Auktionen

Karl & Faber
19. und 31. Mai, 1. Juni

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Dieser Beitrag erschien in

WELTKUNST Nr. 129/2017